Integration

„Das zentrale Strukturprinzip unserer Gesellschaft ist, dass sie keine absoluten, unbedingten Wahrheiten kennt. Sie ist geprägt von der Relativität religiöser und politischer Weltanschauungen, der Relativität von Überzeugungen bis hin zur Relativität von Lebensentwürfen. Deshalb herrschen in unserer pluralistisch verfassten Gesellschaft nicht Homogenität und Einheit, sondern Verschiedenheit und Differenz.
Integration in eine solche Gesellschaft bedeutet inhaltlich betrachtet in jedem Fall einerseits die Fähigkeit, solche Differenzen erkennen, thematisieren und: aushalten zu können sowie andererseits die Fähigkeit, solche Differenzen übergreifende Strukturen und Kooperationsmöglichkeiten wahrnehmen und nutzen zu können.“
(Dr. Hermann Huba, Verbandsdirektor)

Integration ist ein zweiseitiges Unterfangen, bei dem die Zugewanderten ebenso in den Blick genommen werden wie die aufnehmende Gesellschaft. Die Volkshochschulen halten Bildungsangebote vor, die sich an die eine oder andere Zielgruppe richten wie die Deutschkurse einerseits oder die interkulturellen Trainings für kommunale Angestellte andererseits. Darüber hinaus werden in gemeinsamen Veranstaltungen aktuelle Fragestellungen zu Migration und Integration und zum Zusammenleben in einer „pluralistischen Welt“ diskutiert.

Die Volkshochschulen bieten Deutschkurse auf allen Niveaustufen des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens an. Dabei plädieren sie für einen kostenlosen Zugang zu professionellem Sprachunterricht für alle Zugewanderten und für alle Flüchtlinge – und dies von Anfang an und unabhängig von ihrer Bleibeperspektive. Denn Sprache ist nicht nur der Schlüssel zur Integration, sondern auch Voraussetzung für die Vermittlung unserer rechtsstaatlich-demokratischen Werte und für das Verständnis von kulturellen Unterschieden.

  
             Ansprechpartner/in

Martina Haas
Tel.: 0711 75900-34 

Kai Kneule
Tel.: 0711 75900-65
Eine Auswahl konkreter Handlungsfelder der Volkshochschulen im Bereich Integration:

  • Rund die Hälfte aller vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderten Integrationskurse wird in Baden-Württemberg an 90 als Integrationskursträger akkreditierten Volkshochschulen durchgeführt. Der Integrationskurs besteht aus zwei Teilen: dem eigentlichen Deutschkurs, der die Teilnehmenden bis zu einem Kompetenzniveau von B1 führen soll, sowie dem Orientierungskurs, der Einblicke in die deutsche Rechtsordnung, Kultur und Geschichte vermittelt. (Aktuelle Zahlen zu den Integrationskursen)
  • Ein vielfältiges Angebot an Sprachprüfungen ergänzt das Kursangebot. Allein im Jahr 2016 haben über 2.600 Personen eine Deutsch B2-Prüfung an einer Volkshochschule abgelegt.
  • Der Einbürgerungstest wird in Baden-Württemberg an ausgewählten Prüfungszentren angeboten. Jährlich absolvieren mehr als 6.000 Personen einen Einbürgerungstest an einer Volkshochschule.
  • Zur Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit mit Flüchtlingen bieten die Volkshochschulen Fortbildungen zu unterschiedlichen Themenbereichen an. Für ehrenamtliche Sprachbegleiter/innen hat der Volkshochschulverband eine Schulungsreihe im Umfang von 25 Unterrichtsstunden konzipiert. Den Volkshochschulen steht diese Konzeption für die Umsetzung vor Ort zur Verfügung. Interessierte können sich an ihre nächstgelegene Volkshochschule wenden.
  • Die Maßnahmen zur Willkommenskultur sowie das Angebot zu Interkulturellen Bildung vervollständigen das Angebot der Volkshochschulen im Bereich der Integration. So haben etwa die Geschäftsstelle des Volkshochschulverbandes und der Diversity-Rat die Verhaltensleitlinien entwickelt, die den Umgang miteinander an der Volkshochschule regeln.

Im internen Bereich finden Mitarbeiter/innen von Volkshochschulen weitere Informationen, Handreichungen und Empfehlungen zum Themenbereich Integration/Migration.
 


Foto:
Chris Schmidt - iStockphoto.com

 
LOGIN Interner Bereich
für vhs-Mitarbeiter/innen