Newsletter des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg

April 2016






Verhaltensleitlinien des Volkshochschulverbandes
Das geht uns alle an: Herzlich willkommen in der Volkshochschule! /
Regeln zur Kursteilnahme

Drei Fragen an Dr. Hermann Huba, Direktor des Volkshochschulverbandes
Baden-Württemberg

1.  Der Volkshochschulverband hat Leitlinien herausgegeben, die alle vhs-
Besucher- und Teilnehmer/innen unabhängig von ihrer Herkunft darüber
informieren, welches Verhalten und welcher Umgang miteinander an der
Volkshochschule erwartet werden. Was war der Anlass für diese Initiative?

Anlass ist die Tatsache, dass zur Zeit von den nach Deutschland flüchtenden
Menschen sehr viele in die Volkshochschulen und vor allem ihre Integrations-
und Deutschkurse kommen, die unsere Regeln und Verhaltenserwartungen
gar nicht kennen können. Diesen Menschen wollen wir eine klare Orientierung
bieten. Denn gelingende Integration, zumal Integration in eine pluralistische
Gesellschaft, setzt zuallererst Klarheit der Grundregeln voraus, die die auf-
nehmende Gesellschaft beachtet wissen will.
Und zum anderen ist es sinnvoll, diesen Anlass zu nutzen, um unsere eigenen,
längst selbstverständlich gewordenen Grundlagen zu prüfen und sich ihrer zu
vergewissern. Selbstvergewisserung und Integrationserleichterung sind also die
beiden Gründe für die Verhaltensleitlinien.
   
2. Wie können die Plakate mit Verhaltensleitlinien die Arbeit der Volks
hochschulen unterstützen?

Die drei großen Aufgaben der Volkshochschulen: Begegnung - Beratung -
Bildung, setzen allesamt eine gute, konstruktive und vertrauensvolle Atmo-
sphäre voraus. Um diese Atmosphäre zu schützen und Missverständnissen
und Konflikten vorzubeugen, dafür bedarf es klarer und bekannter Regeln
und Verhaltenserwartungen.
   
3. Wie tragen die Verhaltensleitlinien zur Integration von Migrantinnen
und Migranten bei?

Zwischen der Integration in eine Volkshochschule und der Integration in die
gesamte Gesellschaft gibt es zwar deutliche Unterschiede, aber keine prin-
zipiellen. Insofern kann man an der Volkshochschule gesellschaftliche Inte-
gration üben. Und nochmal: Wir wollen auch darauf hinweisen, dass den zu
uns kommenden Menschen die Regeln und Erwartungen bekannt gemacht
werden müssen, die sie anerkennen sollen, wenn sie hier bleiben wollen.
Das ist eine zwingende Bringschuld der aufnehmenden Gesellschaft.
   

>> Link zu den Plakaten und weiteren Informationen zur Willkommenskultur
an den Volkshochschulen


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Fachstelle für Grundbildung und Alphabetisierung Baden-Württemberg
nimmt Arbeit auf

Fahrkartenautomaten, Hinweisschilder, Bedienungsanleitungen, Beipackzettel –
ohne ausreichende Lese- und Schreibkenntnisse wird der Alltag manchmal kom-
pliziert. Richtiges Lesen und Schreiben ist in Deutschland eine wichtige Voraus-
setzung, um an allen gesellschaftlichen Bereichen gleichberechtigt teilzuhaben,
sich im Beruf zu qualifizieren oder weiterzubilden.

In Deutschland gibt es rund 7,5 Millionen, in Baden-Württemberg allein etwa eine
Million so genannter funktionaler Analphabeten. Dies sind Personen, deren Lese-
und Schreibkenntnisse niedriger sind als die erforderlichen und als die voraus-
gesetzten Kenntnisse in einer Gesellschaft.

Die zum 1. Februar 2016 eingerichtete Fachstelle koordiniert die Grundbildungs-
und Alphabetisierungsarbeit im Land im Projekt „Alphabetisierung und Grundbil-
dung als Weg zu Erfolg und Teilhabe in Beruf und Gesellschaft“ des Europäischen
Sozialfonds (ESF). Zwölf Projektträger stellen gezielt Kurs- und Lerngebote bereit,
um berufstätige Menschen in ihren Lese- und Schreibkompetenzen zu unterstützen.

Die Maßnahmen finden im Rahmen des operationellen Programms „Chancen
fördern“ des ESF statt und haben das spezifische Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit
von Erwerbstätigen und der mittelständischen Wirtschaft zu stärken.

Hauptaufgaben der Fachstelle sind:

●  Beratung und Information der Projektträger
Aufbau und Pflege eines landesweiten Netzwerks der Projektträger
Bündelung von Informationen und Weiterleiten im Sinne einer Informations-
drehscheibe
Öffentlichkeitsarbeit zum Thema, zum Beispiel Einrichten und Pflege des
Internetauftritts
Zusammenarbeit mit Akteurinnen und Akteuren aus dem Komplex Bildung
– Wirtschaft – Soziale Arbeit – Arbeitsverwaltung
Planung, Organisation und Durchführungen landesweiter Veranstaltungen zum
Thema
Kontaktpflege zu Einrichtungen mit gleicher oder ähnlicher Aufgabenstellung aus
anderen Bundesländern und nationalen Einrichtungen

Die Fachstelle steht bei allen Fragen rund um diesen Themenbereich zur Verfügung.

Träger der Fachstelle ist der Volkshochschulverband Baden-Württemberg e.V. Die
Fachstelle wird durch die Europäische Union (EU), den Europäischen Sozialfonds
(ESF) und das Land Baden-Württemberg gefördert. Die Fachstelle hat ihr Büro in
der Geschäftsstelle des Volkshochschulverbands.

>> Ab dem 7. April ist auch die Webseite www.fach-gral.de online.

Gefördert durch:



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Zum Stand der Gespräche mit dem Landessportverband

Ein Mitte März geführtes weiteres Gespräch zwischen dem Landessportverband
(LSV) und dem Volkshochschulverband Baden-Württemberg hat noch nicht zu
einer Annäherung der Standpunkte geführt. Die zwischen den beiden Verbänden
30 Jahre bestehende Vereinbarung hat der LSV 2015 gekündigt. Sie ordnete das
Verhältnis durch die Unterscheidung von Sport und Gesundheitsbildung und sah
den Bewegungsbereich als Feld beider Akteure.

Den inhaltlich und finanziell attraktiven Bewegungsbereich beansprucht der organi-
sierte Sport jetzt für sich alleine. Den korrespondierenden Verzicht der Volkshoch-
schulen verlangt er als Vorbedingung für Gespräche über eine neue Vereinbarung.

Der Volkshochschulverband ist weder bereit, „Vorbedingungen“ für Gespräche zu
akzeptieren, noch erkennt er eine Begründung für die Forderung nach einem frei-
willigen Verzicht auf Bewegungsangebote. Stattdessen schlägt er eine Verein-
barung über die Errichtung einer Gemeinsamen Schiedsstelle unter Beteiligung
des Kultusministeriums und der Kommunalen Landesverbände vor, die vor Ort
bestehende konkrete Konfliktfälle lösen und aus der Erfahrung dieser Falllösungen
allgemeine Regeln ableiten soll.

Aus Sicht des vhs-Verbandes ist die Zahl der tatsächlichen örtlichen Konflikte nämlich
gering. Ansonsten sieht er eine sachgerechte Lösung auch darin, es der Bevölkerung
zu überlassen, zwischen den Angeboten der Sportvereine und der Volkshochschulen
zu entscheiden – durch ihre Nachfrage.

Dr. Hermann Huba
                                                                                                                            
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"Silver Surfer - Sicher online" - Ein neues Kurskonzept für Senioren


Das Kursangebot „Silver Surfer – Sicher online im Alter“ unterstützt Senioren dabei,
einen selbstbewussten und sicheren Umgang mit dem Internet zu erlernen. Die Seminar-
reihe richtet sich an Seniorinnen und Senioren, die bereits Computer und Internet nutzen
und gerne mehr zu beiden Themen wissen möchten. Im Laufe des Seminars lernen die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie man gezielt Informationen im Daten-Dschungel findet,
Kontakte über das Internet pflegt und keine Angst mehr vor dem Online-Einkauf haben
muss.
In Baden-Württemberg wird das Projekt „Silver-Surfer“ von der Landesanstalt für Kommuni-
kation, der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und dem Volkshochschulverband
Baden-Württemberg als Projektpartner durchgeführt. Im Herbst 2016 starten die ersten
Kurse in Baden-Württemberg.

>> Weitere Informationen

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Volkshochschulen bereiten auf das Studium vor:
VHS-Zertifikate als Studienleistung anrechenbar


Fünf der betriebswirtschaftlichen XpertBusiness-Abschlüsse an Volkshochschulen sind bei
der FOM Open Business School (OBS) anrechenbar, beispielsweise „Geprüfte Fachkraft
Externes Rechnungswesen (XB)“ und „Finanzbuchhalter/in (XB)“. Sie werden als Studien-
leistung anerkannt für die Bachelor-Studiengänge
„Wirtschaft und Management“ sowie „Wirtschaft und Kommunikation“.

>> Interview zum Thema in der Stuttgarter Zeitung vom 25.02.2016

>> Weitere Informationen zur Kooperation


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Termine


Deutscher Volkshochschultag am 9. und 10. Juni 2016 in Berlin

Unter dem Motto „Digitale Teilhabe für alle!“ findet der Volkshochschultag im Berlin Con-
gress Center statt. Das vielfältige Programm nimmt neben erweiterten Lernwelten in der
Weiterbildung unter anderem den Wandel der Arbeitswelt unter dem Einfluss der Digital-
isierung sowie gesellschaftspolitisch brisante Fragen der digitalen Spaltung in den Blick.
Der Volkshochschulverband Baden-Württemberg präsentiert sich mit einem Stand auf der
dazugehörigen Weiterbildungsmesse.

>> Weitere Informationen



Mitgliederversammlung des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg
am 7. und 8. Juli 2016 in Bad Mergentheim

Zum Thema „Heimat(en) (er)finden“ tagen in diesem Jahr die baden-württembergischen
Volkshochschulen. Save the date!

>> Vorankündigung





   
 

      
    





   

   

    Ausschnitte aus den
    Plakaten mit Verhaltens-
    leitlinien

         


     







   

   
     











    

   

    Ansprechpartner/in:

    Knut Becker
    0711 75900-66      
    k.becker@vhs-bw.de

    Christine Born-Edenhofer
    0711 75900-68
    born-edenhofer@vhs-bw.de










     
   

































































   
    Foto: Samira Engel

   




   

   





   
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