Newsletter des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg

März 2015






Integration und Bildung: Interview mit Verbandsdirektor Dr. Huba

Eine gelingende Integration hat mit Blick auf die islamistischen An-
schläge an Bedeutung gewonnen. Drei Fragen dazu an Dr. Hermann
Huba, Direktor des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg.


Was tun die Volkshochschulen angesichts der verübten islamisti-
schen Terroranschläge, der gleichzeitig stattgefundenen Pegida-
Proteste und einer zunehmenden Angst vor einem fundamentalis-
tischen Islam für Integration, Toleranz und den Frieden zwischen
den Kulturen und Religionen?

Seit 2005, also in den vergangenen zehn Jahren haben an baden-
württembergischen Volkshochschulen über 45.000 Menschen einen
Integrationskurs mit zwei Prüfungen absolviert. Über 700 Personen
internationaler Herkunft konnten sich in gemeinsamen Projekten des
Integrationsministeriums und des Volkshochschulverbandes in Deutsch
auf die Stufe B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens
weiterqualifizieren. Mehr als 370.000 Menschen besuchen an baden-
württembergischen Volkshochschulen jährlich Veranstaltungen zur
interkulturellen und interreligiösen Begegnung.

Ich möchte aber auch grundsätzlich antworten. Die Förderung inter-
kultureller und interreligiöser Begegnung, die Verbreitung von Tole-
ranz im positiven Sinne und überhaupt die Integration von Menschen
internationaler Herkunft gehören zum Kern nicht nur der Praxis, son-
dern auch der Idee der Volkshochschule. Salopp gesagt steht Volks-
hochschule für das Gegenteil dessen, was sich zuletzt in Paris und
Kopenhagen, aber auch in Dresden ereignet hat. Volkshochschule ist
ein wirksames Gegengift gegen Fundamentalismus. Oder, in Anleh-
nung an ein Wort des ehemaligen Bundesinnenministers Otto Schily:
Jede Volkshochschule ist ein Beitrag gegen Terrorismus.


Wie können die Volkshochschulen dazu beitragen, dass sich gesell-
schaftliche Fehlentwicklungen wie Radikalisierung, Fundamentalis-
mus und Fremdenfeindlichkeit in unserer Geschichte nicht wieder-
holen?

Weder die Volkshochschule, noch Bildung allgemein ist ein Allheilmittel
für alle gesellschaftlichen Fehlentwicklungen und Probleme. Das wäre
eine absolute Überschätzung der Möglichkeiten beider. Auch die Tota-
lisierung der Bildung führte nicht geradewegs ins Paradies.


Ohne Bildung geht es aber auch nicht. Es ist gesellschaftlich notwendig
und unser öffentlicher Auftrag, immer mehr Menschen beim Lebens-
langen Lernen und bei der lebensbegleitenden Bildung zu beraten und
zu unterstützen, ja sie für lebensbegleitende Bildung zu begeistern. Da-
bei ist es besonders wichtig, durch aufsuchende Bildungsarbeit jene
Menschen zu erreichen, die keinen eigenen Zugang zur Bildung finden
(können).


Demografischer Wandel, Einwanderungsgesellschaft, zunehmende
Individualisierung. Was ist nach ihrer Auffassung die größte Heraus-
forderung?

Mit dem Stichwort „Einwanderungsgesellschaft“ ist nicht nur eine Heraus-
forderung und zum Teil auch ein Problem beschrieben, sondern auch
eine Lösung. Denn Zuwanderung ist ein Beitrag zur Bewältigung des
demografischen Wandels. Diese beiden Entwicklungen stellen also
hohe Anforderungen an die Steuerungsfähigkeit unserer Gesellschaft.
Deshalb bedürfen sie hoher Aufmerksamkeit.

Demgegenüber beschreibt das Stichwort „Individualisierung“ einen -
genau genommen - seit Jahrhunderten allmählich fortschreitenden Pro-
zess. Dass wir diesen Prozess überhaupt steuern können, wäre schon
eine steile These.



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Willkommenskultur an der VHS:
Angebote zur interkulturellen Öffnung

Willkommenskultur hat viele Facetten: von international verständlicher,
mehrsprachiger Information und möglichst wenig abschreckender Büro-
kratie über die Anerkennung ausländischer Abschlüsse und orientier-
ungsschaffender Beratung bis hin zur gesellschaftlichen Akzeptanz. Als
erste Anlaufstelle für viele Zuwanderer/innen geben die Volkshochschu-
len Information, Beratung sowie Sprachkurse und befähigen zur kultu-
rellen, gesellschaftlichen und politischen Teilhabe - sie sind Orte gele-
bter Willkommenskultur. Mehr Infos finden Sie hier




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vhs-4business Team Esslingen, Göppingen, Nürtingen, Kirchheim, Stuttgart:
Business-Thementag „Industrie 4.0 - Handlungsfelder und Herausforderungen“ am 26.2.2015

Die vierte industrielle Revolution und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft
und Gesellschaft stand im Mittelpunkt des sehr gut besuchten Themen-
tages 2015 „Industrie 4.0 - Handlungsfelder und Herausforderungen“ zu
dem die Gemeinschaftsinitiative vhs-4business der Volkshochschulen
Esslingen, Göppingen, Kirchheim und Nürtingen eingeladen hatte. Die
Essenz aus den 30 hochkarätigen Vorträgen: Die direkte Kommunikation
mit Maschinen, ‎Anlagen und Produkten wird das Anforderungsprofil an
die Mitarbeiter wandeln.‎ Eine zunehmende Flexibilisierung der Produk-
tionsarbeit mit einer vollständigen Vernetzung von Menschen und Objek-
ten findet längst statt und verändert die industrielle Fertigung tiefgreifend.
Mehr Infos unter: www.vhs-4business.de



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Flächendeckende und kostenlose Beratung rund um die Weiterbildung:
Landesnetzwerk Weiterbildungsberatung gestartet

Seit Anfang dieses Jahres können sich Bürgerinnen und Bürger in Ba-
den-Württemberg wohnortnah und kostenlos zu Fragen der allgemeinen
und beruflichen Weiterbildung beraten lassen. An die 100 Einrichtungen
haben sich bisher dem Landesnetzwerk Weiterbildungsberatung (LN
WBB) angeschlossen, das nach zweijähriger Aufbauphase an den Start
gegangen ist. Die im Rahmen des Netzwerks angebotene Beratung
orientiert sich an den individuellen Interessen der Ratsuchenden und berücksichtigt Angebote unterschiedlicher Weiterbildungsanbieter. Das
LN WBB wird durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-
Württemberg gefördert. Träger der Koordinationsstelle des LN WBB ist
der Volkshochschulverband Baden-Württemberg e.V. Weitere Informa-
tionen finden sich auf der Homepage: http://www.lnwbb.de/


                                                                                                                                        

     

      
    




    



  
 
    

    
   










     











     
     

     

     



     
     



















    














     

















     













     
      DQR jetzt auch für non-
      formale Abschlüsse:
      Buchführungs-Zertifikat des
      Verbandes als Beispiel in Berlin

 

     
     Bildungsinitiative Smartphone
     und Tablet PC



     
      Kostenlose Lern-Videos der
      Volkshochschulen: YouTube-
      Videos zur Finanzbuchführung



     
      Laufaktion „Ich beweg mich“ -
      Kooperation der Volkshoch-
      schulen mit dem Wort & Bild
      Verlag



     
      vhsBarCamp am 8. und 9. Mai
      2015 in Leipzig   
 
     
                                                                      

       

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