Newsletter des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg

Oktober 2016







Interviews mit der Bildungspolitischen Sprecherin von Bündnis 90/Die
Grünen Sandra Boser und dem Bildungspolitischen Sprecher der CDU
Karl-Wilhelm Röhm

In der aktuellen und den folgenden Ausgaben des VHS-Newsletters laden wir die
Bildungspolitischen Sprecher/innen der Landtagsfraktionen zum Interview ein und
stellen ihnen jeweils dieselben Fragen. Dabei geht es um die wichtigsten Aufga-
ben der Volkshochschulen sowie um die Konsequenzen für die Finanzierung der
Einrichtungen. Außerdem wollten wir wissen, wie aus der Sicht unserer Interview-
partner die Volkshochschulen das Thema Europa in die Bildungsarbeit einbinden
können.

Den Anfang der Serie machen die Bildungspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die
Grünen Sandra Boser und der Bildungspolitische Sprecher der CDU Karl-Wilhelm
Röhm.
„Für die Zukunft werden die Volkhochschulen in einer älter werdenden Gesellschaft
vor allem in den Bereichen berufliche und allgemeine Weiterqualifizierung, Gesund-
heitsbildung und Integration ein wichtiger Partner sein“, so Boser. Teilweise andere
Akzente setzt Röhm: „Die wichtigsten Aufgabenfelder sind der Ausbau der Grund-
bildungsangebote für bildungsferne Menschen, der Ausbau der digitalen Lernmo-
dule in der Erwachsenenbildung sowie Maßnahmen der Integration von Flüchtling-
en und Migranten in unserem Land.“

Die Interviews in voller Länge können jeweils als pdf-Datei heruntergeladen werden:

>> Interview mit Sandra Boser MdL
>> Interview mit Karl-Wilhelm Röhm MdL

____________________________________________________________________


Volkshochschulen für Europa

Das Ziel von „vhs für Europa“, einer Initiative des Volkshochschulverban-
des Baden-Württemberg und seiner Mitgliedsvolkshochschulen, ist die
Befähigung möglichst vieler Menschen zu informierter und souveräner
Teilnahme und Teilhabe am Prozess Europa.

Spätestens die Diskussion und Entscheidung über den Brexit hat es offenbart: Euro-
pa ist wesentlich auch eine Bildungsaufgabe. Es kommt darauf an, möglichst vielen
Menschen die historische Dimension des Projekts Europa näher zu bringen und es
ihnen zu ermöglichen, europäische Solidarität zu lernen. Wenn das die Aufgabe ist,
ist es eine Aufgabe für die Volkshochschulen. Sie eignen sich besonders zu „Schu-
len für Europa“, weil sie für alle offen, flächendeckend verbreitet und parteipolitisch
neutral sind. Und weil sie über das dem Gegenstand angemessene umfassende
Angebot verfügen:

Volkshochschulen ermöglichen das Erlernen aller europäischen Sprachen, einschlie-
ßlich des Kennenlernens der jeweiligen kulturellen Hintergründe, Eigenheiten und
Traditionen. Zusätzliche vertiefende Einblicke gewähren ihre länderkundlichen Ver-
anstaltungen.

Kulturelle und interkulturelle Bildung an Volkshochschulen fördern das wechselsei-
tige Verstehen, bauen Vorbehalte gegenüber Fremdem ab und steigern Toleranz und
gegenseitige Akzeptanz. Kulturelle Alternativen und alternative Problemlösungen gene-
rell helfen, die eigenen kulturellen Prägungen und die eigenen Lösungen besser zu
verstehen und gegebenenfalls zu verbessern.

Europäische Vielfalt ermöglicht es, voneinander zu lernen.

Werke der Bildenden Kunst, der Literatur, des Films usw. aus unterschiedlichen euro-
päischen Ländern machen Europa auch sinnlich erlebbar. Noch unmittelbarer gelingt
das durch direkte menschliche Begegnungen. Über „Erasmus plus“ und andere För-
derprogramme der Weiterbildung geben die Volkshochschulen Gelegenheiten zu Be-
gegnungen mit anderen Europäerinnen und Europäern. Einblicke in deren Arbeits-
und Lebenswelten verhelfen zu neuen Sichtweisen, weiten den Horizont und stärken
dadurch die Persönlichkeit.

Direkte Begegnung und unmittelbares Erleben schaffen aber vor allem die Grundvor-
aussetzung aller Solidarität: in seinem Gegenüber auch sich selbst erkennen zu können.

Gleiches gilt für Bewegungs-, Entspannungs-, Koch- und Tanzkurse für Teilnehmende
aus unterschiedlichen Ländern, die erfahrungsgemäß in besonderer Weise das Wir-
Gefühl stärken.

Volkshochschulen vermitteln darüber hinaus grund- und allgemeinbildende kommuni-
kative, soziale, politische, wirtschaftliche sowie geschichtliche Kenntnisse und Kompe-
tenzen und bieten damit alle Möglichkeiten, historische Ereignisse und Entwicklungen
in größeren Zusammenhängen zu sehen und die Notwendigkeit von Solidarität zu be-
greifen.

Die Initiative „vhs für Europa“ bedeutet ebenso wenig eine politische Instrumentalisie-
rung der Volkshochschulen wie ihr sehr umfangreicher und engagierter Einsatz im
Feld der Integration, der sich ja auch nicht darin erschöpft, Deutsch (als Fremdspra-
che) zu unterrichten: Die Aufgabe ist selbst gewählt und wird nach vhs-Prinzipien
bearbeitet. Etwa nach dem ehernen Prinzip der (politischen) Erwachsenenbildung:
„befähigen, nicht überwältigen“.

Dr. Hermann Huba
                                                                                                                            
____________________________________________________________________


Zweites Landestreffen des LN WBB: Interkulturalität im Fokus


Weiterbildungsberatung und interkulturelle Kompetenz – unter diesem Motto stand
das diesjährige landesweite Treffen des Landesnetzwerks Weiterbildungsberatung
Baden-Württemberg (LN WBB). Am 28. September trafen sich dazu Mitglieder des
LN WBB im Hospitalhof Stuttgart.

Eröffnet wurde der Tag durch Dr. Hermann Huba, Direktor des Volkhochschulverban-
des Baden-Württemberg. Dort ist die Koordination des Landesnetzwerks angesiedelt.
In seiner Rede betonte er die positive Grundposition des Landes hinsichtlich der Wei-
terbildungsberatung. Gleichzeitig wies Dr. Huba darauf hin, dass vor dem Hintergrund
guter Voraussetzungen die Weiterbildungsberatung weiter intensiviert und ausgedehnt
werden soll. So soll das Thema „Integration“ noch stärker in den Fokus der Weiterbil-
dungsberatung treten.

Die fachlichen Impulse zum Thema lieferte Prof. Dr. Olaf Kramer vom Seminar für All-
gemeine Rhetorik der Universität Tübingen. In seiner Präsentation ging Prof. Kramer
auf die aktuellen Erkenntnisse aus der Wissenschaft im Bereich der interkulturellen
Kommunikation ein. Daraus leitete er wertvolle Anregungen für die Praxis der Weiter-
bildungsberatung ab. In den anschließenden Workshops ging es zum Beispiel um
einen Perspektivenwechsel: Wie berate ich migrationssensibel? So konnten die Teil-
nehmenden ihre Erfahrungen aus der Arbeit mit Menschen anderer Kulturkreise
gemeinsam reflektieren.

In seinem Grußwort betonte Volker Schebesta MdL, Staatssekretär im Ministerium für
Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, die wichtige Rolle des LN WBB in der
Bildungsarbeit. Er bedankte sich bei den Weiterbildungsberaterinnen und -beratern
für ihr Engagement.

Zwei Beispiele aus der Praxis rundeten das Netzwerktreffen ab. Silke Bauer von der
VHS Freiburg stellte das Thema „Bildungssystemferne Menschen mit aufsuchender
Beratung erreichen“ vor. Susanne Stutzmann vom Familienforum Reutlingen referierte
über FERDA, ein Projekt zur aufsuchenden Bildungsberatung für Menschen mit
Migrationshingergrund.

____________________________________________________________________


Silver Surfer - Sicher online im Alter: Kurse starten jetzt!

Im Herbstsemester 2016 finden sich rund 40 Silver-Surfer-Kurse in den Programmen
der baden-württembergischen Volkshochschulen. Das Kurskonzept „Silver Surfer –
Sicher online im Alter“ richtet sich an Seniorinnen und Senioren, die sich bereits mit
dem Computer auskennen. Mit diesem Kursangebot will der Volkshochschulverband
Baden-Württemberg in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
und der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) der Generation
60+ Sicherheit im Internet vermitteln. In der vom MedienKompetenzNetzwerk Mainz-
Rheinhessen entwickelten Seminarreihe erlangen die Teilnehmenden Medienkom-
petenz, indem sie die aktuellen Strukturen und Möglichkeiten der digitalen Welt ken-
nenlernen. Sie erfahren, wie sie das Internet für ihren Alltag nutzen können und wie
sie sich vor Gefahren schützen.

>> Weitere Informationen und Kurssuche

____________________________________________________________________


Xpert Business LernNetz: Weiterbildung mit Durchführungsgarantie

Im Xpert Business LernNetz besuchen die Teilnehmenden entweder klassische Se-
minare und Kurse an ihrer örtlichen Volkshochschule – oder lernen im Live-Webinar
von einem erfahrenen Online-Dozenten. Das Besondere ist: Das Xpert Business
LernNetz garantiert, dass die Kurse durchgeführt werden. Was nicht vor Ort stattfindet,
läuft im LernNetz - wenn sich beispielsweise zu wenige Personen für einen klassi-
schen Kurs anmelden, dann fängt das LernNetz diese auf. An den Live-Webinaren
können die Teilnehmenden von zu Hause aus teilnehmen oder im PC-Raum der
Volkshochschule, wo sie ein technischer Betreuer unterstützt. So haben die Teilneh-
menden die Sicherheit, dass sie jeden angestrebten Abschluss erreichen können.

Rund 60 Volkshochschulen starten jetzt mit dem LernNetz und es kommen laufend
weitere hinzu. Der Deutsche Volkshochschul-Verband DVV empfiehlt das XB-LernNetz
als „Leuchtturm-Projekt“ im Rahmen der Zukunftsstrategie „Erweiterte Lernwelten“.

>> Interview zum Thema
>> Weitere Informationen

____________________________________________________________________


Fortbildungen für VHS-Mitarbeitende: Neue Kooperation

Die für das Management von Volkshochschulen wichtigen Kenntnisse und Kompe-
tenzen überschneiden sich fachlich zu einem großen Teil mit denen des Kulturmana-
gements – insbesondere im Marketing, aber auch in anderen Bereichen. In Ergänz-
ung zu den vom Verband angebotenen Fort- und Weiterbildungen kooperiert der Volks-
hochschulverband Baden-Württemberg daher nun mit dem Institut für Kulturmanage-
ment an der PH Ludwigsburg.

Im Rahmen des weiterbildenden Kontaktstudiums werden jährlich 20-30 Seminare in
Ludwigsburg angeboten. Die Schwerpunkte sind die Themen Kulturmarketing, Kultur-
finanzierung, Kulturbetriebssteuerung, Kulturpolitik und Projektmanagement.

Durch die mit dem Institut getroffene Vereinbarung erhalten Mitglieder des Volkshoch-
schulverbandes Baden-Württemberg e.V. die Gelegenheit, die Kulturmanagment-Semi-
nare zu ermäßigten Preisen zu buchen. Dies ist entweder als Einzelkursbelegung oder
im Seminarpaket (10 Seminare) möglich. Das nächste Seminar im Bereich Marketing
ist "Besucherforschung: Ist das Ziel erreicht?" mit Dr. Yvonne Pröbstle am Freitag 28.
Oktober und Samstag 29. Oktober 2016 (Dauer: 1,5 Tage).

>> Weitere Informationen, Programm und Anmeldung
Mitarbeitende an Volkshochschulen tragen bei der Online-Anmeldung unter Bemerkungen "VHS" ein, um die Sonderkonditionen zu erhalten.

____________________________________________________________________


Termine


25. Oktober 2016
Blick hinter die Kulissen: Ausstellung „Die Schwaben“

Ab 22.10.2016 zeigt das das Landesmuseum Württemberg „Die Schwaben. Zwischen
Mythos und Marke“. VHS-Mitarbeitende und -Kursleitende können sich bei einer Kurato-
renführung kurz nach der Eröffnung über die Ausstellung und das Rahmenprogramm
informieren.

>> Zur Anmeldung

Übrigens: Volkshochschulgruppen erhalten exklusiv einen reduzierten Eintrittspreis!



6./7. Juli 2017
Mitgliederversammlung und Jahrestagung des Volkshochschulverbandes Baden-
Württemberg in Ulm.
Save the date!









   
 

    





   
    Sandra Boser MdL
   
   
   
Karl-Wilhelm Röhm MdL
    


         









   

   

























   

























   

   

   



















   

   






   




















   





















   
    vhs info: Aktuelles
    Fortbildungsprogramm

  


   
    Kurse bundesweit suchen
    und direkt buchen



   
    VHS-Verband auf Facebook
      

                                                          

       

Ja, ich möchte den Newsletter bestellen. Bitte klicken Sie hier.

LOGIN Interner Bereich
für vhs-Mitarbeitende