Newsletter des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg

Sondernewsletter
Mai 2014






Worum geht es eigentlich? Unterschriftenaktion kurz gefasst

Im Mai und Juni läuft die landesweite Unterschriftenaktion des Volkshochschulverbandes unter dem Motto "Gemeinsam für mehr
Landesförderung!". Die Unterschriften sollen die Landesregierung
an das Versprechen aus der Koalitionsvereinbarung erinnern: "Wir
wollen (.) die Grundförderung der allgemeinen Weiterbildung durch
das Land auf den Bundesdurchschnitt anheben". Die Unterschriften-
aktion erfolgt insbesondere im Interesse der mehr als 2 Millionen
Teilnehmenden, die jährlich die VHS-Veranstaltungen besuchen, der
über 35.000 Kursleitenden sowie der zahlreichen weiteren Interes-
sierten, die sich steigende Kursgebühren einfach nicht leisten können
und deshalb von der Weiterbildung ausgeschlossen sind. Unterschrei-
ben kann man in den VHS-Kursen, im Empfangsbereich der Volks-
hochschulen vor Ort und per Online-Unterschrift unter:
www.vhs-bw.de/aktion


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Interview mit Verbandsdirektor Huba zur Unterschriftenaktion


Worauf bezieht sich die Forderung?
Die grün-rote Koalitionsvereinbarung enthält folgendes Versprechen:
"Wir wollen vernetzte, niedrigschwellige und bezahlbare Weiterbildungs-
angebote für alle Bevölkerungsgruppen sicherstellen und hierfür stufen-
weise die Grundförderung der allgemeinen Weiterbildung durch das
Land auf den Bundesdurchschnitt anheben."
Mit der Unterschriftenaktion
erinnern wir an dieses Versprechen und fordern seine Erfüllung.

Was ist an dem "Bundesdurchschnitt" so wichtig?

Die aktuell noch immer weit unterdurchschnittliche Landesförderung
in Baden-Württemberg - einschließlich Lehrerprogramm 8 Prozent, statt
der bundesdurchschnittlichen 13,9 Prozent - geht im Wesentlichen zu
Lasten der Teilnahmeentgelte und zu Lasten wichtiger Beiträge der
Volkshochschulen zu zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen.
Unser öffentlicher Auftrag "umfassende Weiterbildung für jedermann"
erfordert nach den dramatischen Kürzungen der Vergangenheit
mindestens eine durchschnittliche Landesförderung.

Die Landesförderung wurde doch 2012 und 2013/14 bereits erhöht.
Warum fordern die Volkshochschulen noch mehr?
Wir fordern gar nicht noch mehr. Wir fordern lediglich das, was die
Koalition - auch unter dem Eindruck der Ergebnisse der Enquête-
Kommission "Wissensgesellschaft" - zu Beginn der Legislaturperiode
selbst für angemessen gehalten hat. Allerdings sind wir nicht mit
35 Prozent des Angemessenen zufrieden. So dankbar wir für diese
35 Prozent sind, so entschieden erwarten wir das Angemessene
zu 100 Prozent.

Die Landesregierung muss vernünftigerweise in verschiedenen
Bereichen sparen. Warum bleiben die Volkshochschulen nicht
bescheiden, sondern äußern ihre Forderung so deutlich?

Bis 2007 mussten wir Kürzungen der Landesförderung um rund 60
Prozent hinnehmen. Das war unser Beitrag zur Konsolidierung des
Landeshaushalts. Von diesen Kürzungen haben wir uns noch nicht
erholt. Deshalb muss jetzt die Erfüllung unseres öffentlichen Auftrags
im Vordergrund stehen. Dazu reicht der aktuelle Stand der Landes-
förderung wie gesagt bei weitem nicht aus.

Wofür brauchen die Volkshochschulen das Geld?
Wir brauchen es zum einen - ganz im Sinne der Koalitionsverein-
barung -, um bezahlbare Weiterbildungsangebote für alle Bevölker-
ungsgruppen, also auch für einkommensschwache, gering qualifizierte
und bildungsferne Menschen sicherstellen zu können. Im Klartext: Wir
brauchen die erhöhte Landesförderung zur Vermeidung sozial selektiv
wirkender Teilnahmeentgelte. Zum anderen benötigen wir die Mittel, um
die von uns erwarteten Beiträge zu den aktuellen gesellschaftlichen
Herausforderungen auch leisten zu können. Denken Sie etwa an den
notwendigen Ausbau der Alphabetisierung, der Grundbildung und der
Aufsuchenden Bildungsarbeit, an unsere vielfältigen Aufgaben in den
Bereichen der sozialen, insbesondere der sprachlichen, und der
kulturellen Integration, an die interkulturelle Bildung und an unsere
Mitwirkung an der Etablierung einer Willkommenskultur in Stadt und Land.



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Drei Minuten Weiterbildungspolitik:
Landesförderung in Baden-Württemberg auf einen Blick


1. Minute
Das Land Baden-Württemberg hat seine institutionelle Förderung der
Allgemeinen Weiterbildung und damit der Volkshochschulen zwischen
Mitte der 1990er Jahre und 2007 um nahezu 60 Prozent auf einen Anteil
von 6 Prozent an der Finanzierung der Arbeit der Volkshochschulen gekürzt. Die Kürzungskaskaden endeten erst 2008 aufgrund der Regelung, die Landesmittel jeweils im Umfang der Prozentzahl der Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst zu erhöhen.
Im Jahr 2012 lag der Finanzierungsanteil des Landes (einschließlich Lehrer/innen-Programm) bei rund 8 Prozent, während er im Bundesdurch-
schnitt 13,9 Prozent betrug. Dieser Anstieg ist auf eine ca. 20-prozentige
Erhöhung für 2012 zurück zu führen. Mit dieser Erhöhung begann das Land, die grün-rote Koalitionsvereinbarung umzusetzen, die insoweit auf Erkennt nisse der Enquête-Kommission "Wissensgesellschaft" des Landtags zurückgeht und ein Versprechen enthält.

2. Minute

Das Versprechen: "Wir wollen vernetzte, niedrigschwellige und bezahlbare
Weiterbildungsangebote für alle Bevölkerungsgruppen sicherstellen und hierfür stufenweise die Grundförderung der allgemeinen Weiterbildung durch das Land auf den Bundesdurchschnitt anheben."

Angemessen sein soll also der Bundesdurchschnitt. Um ihn zu erreichen, wären auch in den Jahren 2013 und 2014 sowie im Doppelhaushalt 2015/2016 jeweils Erhöhungen um circa 20 Prozent auf die Summe des Vorjahres nötig (gewesen). 2013 und 2014 fielen die Schritte mit circa 6 und circa 9 Prozent aber leider viel kürzer aus als geplant.
Für die 35 Prozent des Angemessenen, die wir bisher erhalten haben, danken wir sehr. Die ausstehenden 65 Prozent des Angemessenen sind aber unverzichtbar.

3. Minute
Die Anhebung auf den Bundesdurchschnitt ist unverzichtbar insbesondere

  • um der sozialen Selektivität der Kursgebühren entgegenzuwirken. In Baden-Württemberg tragen die Teilnehmenden zur Finanzierung der  Arbeitder Volkshochschulen über 17 Prozent mehr bei als das im Bundesdurchschnitt der Fall ist, nämlich 56,8 Prozent gegenüber 39,6 Prozent. So erreicht man eben nicht alle.
  • zur Steigerung der Weiterbildungsbeteiligung einkommensschwacher, weiterbildungsferner und gering qualifizierter Bevölkerungsgruppen, vor allem im Bereich der Alphabetisierung sowie der Grund- und Allgemeinbildung (PIAAC-Studie).
  • zur Unterstützung der Volkshochschulen als Orte sprachlicher, sozialer und kultureller Integration, interkultureller Begegnung und kommunaler Willkommenskultur.


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Wie kann man mitmachen? Und was unterschreibt man dann?

Alle interessierten Personen können bei der Unterschriftenaktion mitmachen - der Verband freut sich über buchstäblich jede einzelne unterstützende Unterschrift. Die Unterschriftenlisten und Aktionspostkarten liegen in den Volkshochschulen aus. Auch die Online-Unterschrift zählt: www.vhs-bw.de/aktion
Mit der Unterschrift wird folgende Forderung unterstrichen:
Gemeinsam für mehr Landesförderung!
Die grün-rote Koalitionsvereinbarung verspricht, die Landesförderung für die Weiterbildung und damit für die Volkshochschulen bis 2016 auf den Bundesdurchschnitt anzuheben.
Von diesem Ziel sind wir noch deutlich entfernt.
Mit meiner Unterschrift setze ich mich dafür ein, dass das Versprechen eingelöst wird - insbesondere im Interesse der mehr als 2 Millionen Teilnehmenden, die jährlich die VHS-Veranstaltungen besuchen, der über 35.000 Kursleitenden sowie der zahlreichen weiteren Interessierten, die sich steigende Kursgebühren einfach nicht leisten können und deshalb von der Weiterbildung ausgeschlossen sind.

Über das Ergebnis der Unterschriftenaktion wird der Volkshochschulverband nach der Sommerpause informieren. Herzlichen Dank schon jetzt für Ihre Unterstützung: Gemeinsam für mehr Landesförderung!

                                                                                                                                          



     

      
     Termine / Informationen




    
     Pressemitteilung zur
     Unterschriftenaktion

    


    


    
    Dr. Hermann Huba


































     Postkarte zum Download:

    
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     Rückseite














    

    
   








    

    









     
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