Newsletter des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg

April 2017







Interview mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Timm Kern (FDP/DVP)

In unseren aktuellen Newslettern erscheint eine Serie von Interviews mit den
Bildungspolitischen Sprecher/innen der Landtagsfraktionen. Bei unseren für
alle gleichen Fragen geht es um die wichtigsten Aufgaben der Volkshochschu-
len sowie um die Konsequenzen für die Finanzierung der Einrichtungen. Außer-
dem wollten wir wissen, wie aus der Sicht unserer Interviewpartner/innen die
Volkshochschulen das Thema Europa in die Bildungsarbeit einbinden können.

Interviewt wurden bereits im Oktober und Dezember Sandra Boser, die Bildungs-
politische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Karl-Wilhelm Röhm, der Bil-
dungspolitische Sprecher der CDU und Daniel Born, Mitglied im Ausschuss für
Kultus, Jugend und Sport und Sprecher für frühkindliche Bildung der SPD. Die
AfD hat unsere Einladung zum Interview nicht beantwortet. Aktuell befragen wir
Dr. Timm Kern, den Bildungspolitischen Sprecher der FDP/DVP.

Er nennt den Zweiten Bildungsweg und damit das Erreichen von Menschen mit
einem eher bildungsfernen Hintergrund als eines der wichtigsten Handlungs-
felder der Volkshochschulen. Daneben aber auch die Stärkung des gemeinsam-
en europäischen Wertebewusstseins im Zuge der Bildung für Europa und der
politischen Bildung insgesamt.

Das Interview in voller Länge können Sie als pdf-Datei herunterladen:

>> Interview mit Dr. Timm Kern (FDP/DVP)



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„Integration durch Bildung“ - Liberaler Bildungstag der FDP/DVP-Fraktion
im Landtag


„Welche Rolle spielt Bildung bei der Integration von Migrantinnen und Migranten?“
Diese Frage stand im Mittelpunkt des Liberalen Bildungstags, zu dem die FDP/
DVP-Fraktion interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger am 25. März 2017 in den
Plenarsaal des Landtags eingeladen hat.

Die mit rund 130 Interessierten sehr gut besuchte Veranstaltung spannte den in-
haltlichen Bogen von der frühkindlichen über die berufliche Bildung und betriebli-
che Ausbildung bis hin zur Allgemeinen Weiterbildung, die durch den Volkshoch-
schulverband vertreten war. Der Verbandsdirektor Dr. Hermann Huba und die
Fachreferentin für Integration Martina Haas erörterten zunächst die Frage, was
Integration in eine pluralistische Gesellschaft und in den ihr korrespondierenden
Rechtsstaat bedeutet:
„Das zentrale Strukturprinzip einer pluralistischen Gesellschaft ist die Relativität
religiöser und politischer Weltanschauungen, die Relativität von Überzeugungen
bis hin zur Relativität von Lebensentwürfen. Eine pluralistische Gesellschaft kennt
keine absoluten, unbedingten Wahrheiten. Deshalb herrschen in einer pluralistisch
verfassten Gesellschaft nicht Homogenität und Einheit, sondern Verschiedenheit
und Differenz.“

Integration in eine solche Gesellschaft bedeute inhaltlich betrachtet in jedem Fall
einerseits die Fähigkeit, solche Differenzen erkennen, thematisieren und: aushalt-
en zu können sowie andererseits die Fähigkeit, solche Differenzen übergreifende
Strukturen und Kooperationsmöglichkeiten wahrnehmen und nutzen zu können.

Vor diesem Hintergrund sei Integration eine ziemlich anspruchsvolle Bildungsauf-
gabe, die viererlei verlange:

„Von denjenigen, die neu zu uns kommen,
(1) dass sie die deutsche Sprache erlernen und darüber hinaus
(2) dass sie ein entsakralisiertes, säkularisiertes Verhältnis zur Welt gewinnen,
also das Weltverhältnis in einer pluralistischen Gesellschaft.

Und von denjenigen, denen die Kommenden begegnen, verlangt Integration vor
allem interkulturelle Bildung, nämlich,
(3) dass wir uns selbst unter veränderten Bedingungen neu positionieren, indem
wir uns unserer schon zur Selbstverständlichkeit geronnenen gesellschaftlichen Errungenschaften neu bewusst werden und
(4) dass wir es uns ermöglichen, die Kompetenzen und den Reichtum fremder Kul-
turen kennen und schätzen zu lernen, um über Toleranz und tatsächliche Akzeptanz
zur Nutzung von Andersartigkeit zu gelangen.“

Jährlich besuchen rund 20.000 Zugewanderte einen Deutschkurs an einer Volks-
hochschule in Baden-Württemberg. Um diese Menschen auf ihrem Bildungsweg
und ebenso die Volkshochschulen in ihrer Arbeit zu unterstützen, erhoben Huba
und Haas folgende Forderungen:

1.  Notwendig ist der kostenlose Zugang zu professionellem Deutschunterricht für
alle zu uns Kommenden von Anfang an, unabhängig von ihrer Bleibeperspektive.
Denn Sprache ist nicht nur der Schlüssel zur Integration, sondern auch Voraus-
setzung für die Vermittlung unserer rechtsstaatlich-demokratischen Werte und für
das Verständnis von kulturellen Unterschieden.
2. Das Ziel des Spracherwerbs muss die Integration in alle gesellschaftlichen Bereiche
sein, nicht nur die Integration in den Arbeitsmarkt. Vonnöten ist also allgemeinsprach-
licher Deutschunterricht bis zur Kompetenzstufe B2 des Gemeinsamen Europäischen
Referenzrahmens für alle Zugewanderten.
3. Geboten ist es, den Zweiten Bildungsweg zur Schule für Erwachsene fortzuentwickeln,
um Teilhabe und die Voraussetzung für die weitere Qualifizierung von Fachkräften
zu schaffen.
4. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge muss den ressourcenverbrauchenden
bürokratischen Aufwand bei Integrationskursen nicht nur für sich selbst verringern,
sondern auch für die Kursträger.

                                                                                                       
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Aktuelle Veranstaltungen zu „vhs für Europa“


Die Initiative „vhs für Europa“ nimmt Fahrt auf: Rund 50 Volkshochschulen beteiligen
sich bereits mit mehr als 150 Veranstaltungen am Projekt „Europa begegnen“, das
vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg gefördert wird. Ein
Schwerpunkt der Veranstaltungen liegt auf aktuellen politischen Themen: Sie befas-
sen sich beispielsweise mit dem Brexit, den bevorstehenden Wahlen in Frankreich
und Deutschland und den Auswirkungen der neuen US-Regierung auf Europa. In
anderen Angeboten können Teilnehmende mehrere europäische Sprachen gleich-
zeitig lernen, eine Exkursion nach Straßburg unternehmen oder erfahren, wie Europa
schmeckt.

Mit ihrem vielfältigen Angebot aus allen Programmbereichen machen die Volkshoch-
schulen die Vielfalt Europas sichtbar und erlebbar. Die Resonanz auf die ersten Ver-
anstaltungen ist sehr positiv: Die Volkshochschulen berichten von engagierten Dis-
kussionen und ausgebuchten Kursen.

>> Kurssuche

>> Weitere Informationen


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Neue Imagebroschüre des Volkshochschulverbandes


Was Sie schon immer über den Volkshochschulverband wissen wollten… In der
neuen Imagebroschüre erfahren Sie es! Der Volkshochschulverband setzt sich
nicht nur für die Förderung des Lebensbegleitenden Lernens ein - als lernende
und flexible Organisation entwickelt der Verband auch seine eigenen Arbeitsfelder
permanent weiter. Daher lohnt sich ein Blick in die neue Publikation. Sie fasst aktu-
elle Dienstleistungen und Aufgaben kompakt zusammen und stellt neben einer
Rückschau auf die Vergangenheit auch die Zukunftsperspektive „vhs 2022“ dar:
Der Verband entwickelt sich zu einem leistungsfähigen Qualitätsverbund und ist
damit optimal gerüstet für die Zukunft.

Die Broschüre erscheint kurz nach Ostern und Interessierte haben die Möglichkeit,
sie zu bestellen. Anfragen richten Sie bitte an Frau Furch:
furch@vhs-bw.de


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Die Verbandsinitiative „vhs der Zukunft“


Die sehr erfolgreiche Initiative „vhs der Zukunft“ wendet sich an kleine, mittlere und
große, ländliche wie städtische Volkshochschulen, die wissen wollen, wie sich ihre
Einrichtung bis 2030 entwickeln kann.

Dabei geht es nicht um unverbindliche Zukunftsprojektionen, die von Ressourcen
und Restriktionen absehen. Die Fragen sind vielmehr sehr konkret: Wie und wohin
kann und wird sich die vhs X in ihrem spezifischen kommunalen und regionalen Zu-
sammenhang als Einrichtung der Daseinsvorsorge entwickeln, mit ihren Möglich-
keiten und Einschränkungen, bei der Bevölkerungsstruktur und der demographi-
schen Entwicklung, die ihren Einzugsbereich prägen werden, in der gegebenen und
absehbaren Konkurrenz- und Kooperationslage.

Die Reisen in die Zukunft nehmen folgenden Verlauf: Aufgrund des aktuellen Pro-
gramms und eines ausgefüllten umfangreichen Fragebogens für Potentialanalysen
und aufgrund eines Kennzahlenvergleichs erarbeitet die Geschäftsstelle eine Grob-
prognose als Korridor für wahrscheinliche Entwicklungen der vhs, die auch sog. ge-
sellschaftliche Megatrends berücksichtigt, über die weitgehende Einigkeit besteht, z. B.
Individualisierung, Silver Society, New Work, Neoökologie, Urbanisierung, Mobilität usw.
Die Grobprognose bildet die Grundlage für einen von der Geschäftsstelle moderierten
Workshop, in dem die Volkshochschule unter größtmöglicher Beteiligung ihrer Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter ihre spezifische Feinprognose erarbeitet und konkrete
Maßnahmen zur Steuerung der Entwicklung und zur Zielerreichung plant. Nach neun
Monaten werden die Ziele und Maßnahmen evaluiert.


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Neue Xpert Business Kooperation mit der SRH Fernhochschule - The Mobile University


Die Xpert Business (XB) Abschlüsse sind jetzt noch besser anschlussfähig: Die SRH
Fernhochschule - The Mobile University rechnet ausgewählte XB-Zertifikate direkt als
Studienleistung an. Damit können Absolventinnen und Absolventen sich nahtlos wei-
terqualifizieren und in einem anschließenden Studium Zeit sparen.

In einer eingehenden Analyse hat die SRH Fernhochschule Qualifizierungsziele, Cur-
ricula, Anforderungsniveaus und den erforderlichen Arbeitsumfang verglichen. Es be-
steht eine große Überschneidung der Lehrinhalte, sodass dort bis zu 42 Europäische
Credit-Points für XB Abschlüsse angerechnet werden.
Die Gemeinsamkeit der Bildungsvermittlung und Weiterqualifizierung von Berufstätig-
en macht für vhs und SRH Fernhochschule eine Kooperation sinnvoll. Seit über zwan-
zig Jahren engagiert sich die Mobile University mit ihrem flexiblen Studienangebot in
der Weiterqualifikation von Berufstätigen, parallel zu Familie, Leistungssport oder Han-
dicap. Und über 900 Volkshochschulen in ganz Deutschland bieten durch ihre umfäng-
lichen Weiterbildungen einen Zugang zu lebenslangem Lernen. Ein großer Teil des An-
gebots der Volkshochschulen hat berufliche Relevanz. Das Xpert Business Programm
- Schulungen und Prüfungen im betriebswirtschaftlichen Bereich - haben seit 2003
bereits über 250.000 Menschen durchlaufen.

>> Weitere Informationen



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Termine


26. April 2017
Lernarchitektur - einfache Raumgestaltung für gutes Lernen

Gestaltung und Atmosphäre eines Raumes üben maßgeblichen Einfluss auf den
Erfolg des Lernens aus. Bei dieser Fortbildung zeigt die Architektin Regine Geibel,
wie ein bestehender Raum mit einfachen Mitteln so umgestaltet werden kann, dass
das Wohlbefinden und damit die Bereitschaft Neues aufzunehmen beim Lernenden
gesteigert werden. Neben grundlegenden Informationen zur Raumgestaltung erhalt-
en die Teilnehmer/innen die Gelegenheit, in einer gemeinsamen Aktivität einen wei-
teren positiven Aspekt auf psychologischer Ebene zu erfahren: Die Veränderung eines
anonymen Raumes zu "meinem Unterrichtsraum". Um die Wirkung von einfachen Ge-
staltungsmitteln praktisch zu erleben, wird um mitgebrachte dekorative Gegenstände
oder Deko-Mittel gebeten.

Diese Veranstaltung wendet sich ausschließlich an vhs-Leiter/innen und -Mitarbeit-
er/innen.

>> Anmeldung für Volkshochschulen



6./7. Juli 2017
Mitgliederversammlung und Jahrestagung
des Volkshochschulverbandes Baden-
Württemberg in Ulm. Save the date!

>> Vorschau auf das Programm









   
 

    





     
    
Dr. Timm Kern MdL    
    

    


      















   

   
  



















































   






   

   

 













   
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