Newsletter des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg

Dezember 2017








Alphabetisierung und Grundbildung ja, Grundbildungstag und Landesbeirat nein - Drei Fragen an Dr. Hermann Huba, Direktor des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg

1.  Der Volkshochschulverband Baden-Württemberg hat am 22.11.2017 nicht an dem Grundbildungstag, welcher vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg initiiert wurde, teilgenommen und wird auch dem dort ins Leben gerufenen Landesbeirat für Alphabetisierung und Grundbildung nicht beitreten. Welchen Sinn hat der Nicht-Beitritt und was unternehmen der Verband und seine Volkshochschulen aktuell, um Alphabetisierung und Grundbildung zu stärken?

Erklärtes Ziel des Grundbildungstags und des Landesbeirats sollte es sein, mehr Menschen mit Alphabetisierungs- und Grundbildungsangeboten zu erreichen. Mehr Menschen erreicht man aber nicht mit Kampagnen und Beiräten, sondern vor allem mit mehr qualifiziertem Fachpersonal, das den Weg in die Lebenswelten der Betroffenen und deren Vertrauen findet. Um dieses Personal finanzieren zu können, brauchen die Volkshochschulen jene Förderung, die das Land ihnen im Weiterbildungspakt versprochen hat.

Dieses Versprechen hat das Land aber in Höhe von 5 Millionen Euro jährlich bislang nicht erfüllt. Damit fehlt das Fundament für die Erweiterung der Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit. Und ohne Fundament hat es keinen Sinn, sich mit der Fassade zu beschäftigen.

Stattdessen setzen die Volkshochschulen ihre Arbeit fort, die sie seit Jahrzehnten im Alphabetisierungs- und Grundbildungsbereich verlässlich leisten. Sie sind nämlich der mit Abstand größte Träger dieser Bildungsarbeit und haben das Problem nicht - wie die Politik - jahrelang geleugnet und erst jüngst nach der Level-One-Studie entdeckt. Sobald die Landesförderung die im Weiterbildungspakt verbriefte Höhe erreicht hat, können wir unser Engagement dann ausweiten.
    
2. Wie hat das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport auf Ihren Nicht-Beitritt reagiert?

Zunächst erwartungsgemäß mit Unverständnis. Natürlich gefällt es dem Land nicht, dass die Volkshochschulen als größter Träger und die Kirchliche Erwachsenenbildung seinem Ruf nicht folgen.
Darüber hinaus hat das Land gezeigt, dass es die Dramatik der fehlenden Landesförderung nicht erkannt hat. Die Summe von 5 Millionen Euro fehlt den Volkshochschulen jedes Jahr, addiert sich also mit der Wartezeit auf.

Andererseits hat die Kultusministerin in ihren Stellungnahmen die Verpflichtung des Landes aus dem Weiterbildungspakt fraglos anerkannt und laut Schwäbischer Zeitung (vom 21.11.2017) zudem versichert, dass das Ziel der Anhebung bis 2020 „eingehalten“ werde. Das ist substantiell anderes und deutlich mehr als das, was wir seit Beginn der Legislaturperiode gehört hatten.
   
3. Wenn das Land seiner Verpflichtung aus dem Weiterbildungspakt bis 2020 doch noch nachkommt und die Landesförderung der Allgemeinen Weiterbildung auf den Bundesdurchschnitt erhöht, ist dann die Mitarbeit im Beirat für Alphabetisierung und Grundbildung aus Ihrer Sicht sinnvoll?

Ja, wenn das Fundament geschaffen ist, sind wir selbstverständlich bereit, an der Fassade mitzuarbeiten. Schließlich ist Alphabetisierung und Grundbildung ein Kernanliegen der Volkshochschulen.

>> Weitere Informationen zur Landesförderung der Volkshochschulen BW im Faltblatt „Erneut: Drei Minuten Weiterbildungspolitik

>> Weitere Informationen zum Weiterbildungspakt (unter 13.)


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Erfolgreiches Programm „Richtig. Ankommen. Rechtsstaatsunterricht für Flüchtlinge.“ wird verlängert!

Am 28. November 2017 unterzeichnen der Minister der Justiz und für Europa Guido Wolf und der Verbandsdirektor des Volkshochschulverbands Baden-Württemberg Dr. Hermann Huba eine neue Kooperationsvereinbarung, mit der in den Jahren 2018 und 2019 bis zu 300 Kurse „Rechtsstaatsunterricht für Flüchtlinge und Asylbewerber/innen“ durchgeführt werden können. Die Kurse an den Volkshochschulen richten sich an Geflüchtete, die in baden-württembergischen Gemeinden vorläufig untergebracht sind oder sich in der Anschlussunterbringung befinden. Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte im Landesdienst führen die Kurse durch. Ziel ist die niedrigschwellige Vermittlung von Grundkenntnissen der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland. Mit diesem Kursangebot soll grundsätzlich allen in Baden-Württemberg untergebrachten Geflüchteten die Möglichkeit gegeben werden, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt eine Erstorientierungshilfe in Bezug auf das hiesige Werte- und Ordnungssystem zu erhalten.

>> Aktuelle Pressemitteilung

>> Weitere Informationen

                                                                                               
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Das Projekt „Berufliche Weiterbildung an Volkshochschulen als Beitrag zur Integration“


Arbeit und Beruf spielen eine wichtige Rolle bei der Integration. Ihren Beitrag dazu leisten die Volkshochschulen über die berufliche Weiterbildung. Sie vermitteln wichtige Kompetenzen und schaffen Begegnung im Kontext der Arbeitswelt. Mit ihrem weiten Bildungsbegriff und ihrem umfassenden Themenspektrum sind sie in der Lage, programmbereichsübergreifend Angebote zu machen, die beruflich relevant sind.

Aktuell erproben die Volkshochschulen und der Verband Praxisbeispiele in einem neuen Projekt, gefördert vom Deutschen Volkshochschulverband (DVV). Es ermöglicht den Volkshochschulen, exemplarisch Angebote zur beruflichen Integration von Migrantinnen und Migranten durchzuführen, die anderenfalls schwer realisierbar wären. Damit unterstützt es auch die Kreativität der Volkshochschulen. Sie testen neue Ansätze, sammeln Ideen und loten Erfolgskriterien aus.


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Das Jahresnetzwerktreffen des LN WBB am 18.10.2017

Bei schönstem Herbstwetter trafen sich am 18.10.2017 die Mitgliedseinrichtungen des landesweiten Netzwerks Weiterbildungsberatung (LN WBB) zum Jahresnetzwerktreffen im Hospitalhof in Stuttgart. Thema der Veranstaltung war die Rolle der Weiterbildungsberatung in der neuen Arbeitswelt und damit verknüpft die Frage nach den Kompetenzen, die in Zukunft benötigt werden.
Dr. Nobert Lurz, Leiter des Referats Weiterbildung im Kultusministerium Baden-Württemberg, blickte in seinem Grußwort auf die positive Entwicklung des Landesnetzwerks Weiterbildungsberatung seit seiner Gründung vor fast genau drei Jahren zurück. Er sprach ein Lob für die rund 150 Mitgliedseinrichtungen des Netzwerks und ihren Einsatz aus.
Den Impulsvortrag hielt Prof. Dr. Volker Heyse aus Regensburg, ein international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Kompetenzdiagnostik und -entwicklung. In seinem Vortrag erläuterte er das Thema „Arbeit und Mensch 4.0. Megatrends und ableitbare Anforderungen an die Entwicklung von Schlüsselkompetenzen in der Aus-, Weiter- und Fortbildung“. Heyse betonte, dass die Entwicklung von Schlüsselkompetenzen maßgeblich von der Beziehungsqualität zwischen Lehrenden, Lernenden und der Lernumgebung abhängt. Er sprach von „emotionaler Imprägnierung des Wissens“. Wichtiges Mittel hierfür ist, dass beide Seiten sich regelmäßig Feedback geben. Den Anwesenden legte er abschließend ans Herz, „immer neugierig und offen zu bleiben“.
In Workshops konnten sich die Teilnehmenden mit verschiedenen Kompetenzbilanzierungsverfahren auseinandersetzen. Zeit zum Austausch gab es am Nachmittag: Beim Weltcafé wurde aktiv zu künftigen Herausforderungen in der Beratung diskutiert.
Olga Grimm, die Leiterin der Koordinationsstelle, konstatierte in Ihrem Ausblick für das kommende Jahr, dass Kompetenzdiagnostik weiterhin ein Schwerpunkt für das Landesnetzwerk Weiterbildungsberatung bleiben wird. Daneben werden auch Bildungssysteme in anderen Ländern und Beratungsmethoden im Zentrum stehen.


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Interkulturelle Trainings für Kommunen: neue Förderrunde


Volkshochschulen in Baden-Württemberg können bis Ende 2018 wieder interkulturelle Trainings für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihrer Kommunen anbieten – und das zu günstigen Konditionen. Der Volkshochschulverband Baden-Württemberg konnte beim Ministerium für Soziales und Integration eine erneute Förderung für das Projekt „Interkulturelle Trainings für Kommunen“ erreichen. Im aktuellen Projekt werden bis zu 70 ein- oder zweitägige Trainings aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg gefördert. Das erfolgreiche Projekt geht damit bereits in die fünfte Runde. Bisher haben 1893 Personen an den Trainings teilgenommen.

Inhaltliche Grundlage der Trainings ist weiterhin das Lehrgangssystem Xpert Culture Communication Skills®. Dieses System wurde im Sommer 2017 um ein Modul erweitert: „Interkulturelle Kompetenz in der Verwaltung“, mit zielgruppenspezifischen Inhalten und Praxisbeispielen. Das neue Modul wird im Rahmen des Projekts erstmals in größerem Umfang durchgeführt.

>> Weitere Informationen


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vhs.cloud - die deutschlandweite Lern- und Austausch-Plattform


Seit Mitte September 2017 ist die vhs.cloud, eine vom Deutschen Volkshochschulverband (DVV) und den vhs-Landesverbänden initiierte Lern- und Austausch-Plattform, online verfügbar. Mit diesem Angebot erhalten nach und nach alle Volkshochschulen deutschlandweit einen eigenen geschützten Online-Arbeitsbereich, den sie nach ihren eigenen Bedürfnissen einrichten und individuell gestalten können. Dabei bietet die vhs.cloud verschiedene Einsatzmöglichkeiten: Sie kann für die interne Kommunikation sowie Zusammenarbeit genutzt werden, klassische Präsenzkurse lassen sich über die vhs.cloud um einzelne Online-Elemente ergänzen und auch Blended-Learning-Kursformate oder reine Online-Kursangebote sind umsetzbar. Zudem ist eine bundesweite Vernetzung unter den einzelnen Volkshochschulen möglich, indem sich die jeweiligen Volkshochschulmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in übergeordneten Gruppen organisieren.
Die vhs.cloud stellt somit eine gemeinsame, zentral verwaltete Infrastruktur dar, die zahlreiche Funktionen, wie einen Messenger, eine Dateiablage oder auch Lernbausteine umfasst. Darüber hinaus ist eine App in Planung, sodass die vhs.cloud auch über mobile Endgeräte nutzbar ist. Ab Anfang 2018 können alle Volkshochschulen deutschlandweit ihren eigenen Arbeitsbereich erhalten. Zur Unterstützung der Volkshochschulen bei der Einrichtung dieses Arbeitsbereichs werden momentan Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet. Wenn Sie als Volkshochschule die vhs.cloud nutzen möchten, wenden Sie sich bitte an Melissa Ricken (ricken@vhs-bw.de).


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Termine


5./6. Juli 2018

Jahrestagung des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg in Freiburg.
Save the date!








   


 

 






   

    
    















    
   


   
  

   

























   

   
    

   





















   



 
   
     
    




















    


   

   










    

   

    




   





   









   
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