Newsletter des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg


Juli/August 2018




Die Erklärung der Abteilungskonferenz Sprachen im Volkshochschulverband Baden-Württemberg:


25 Jahre vhs sprachenschule – „Mehr Sprachen: Mehr Wir.“

Sprachen trennen, Sprachenlernen verbindet. An der Volkshochschule herrscht Sprachenvielfalt und ist Sprachenlernen eine alltägliche Selbstverständlichkeit. Die Volkshochschule ist der Ort, der sprachliche und kulturelle Vielfalt wertschätzt und die Menschen verbindet: „Mehr Sprachen: Mehr Wir.“

Zu über 1,7 Millionen Unterrichtsstunden kommen alleine in Baden-Württemberg jährlich rund 420.000 Teilnehmende in die vhs sprachenschule. Sie schätzen, was nur die Volkshochschule bieten kann:

  • Ein flächendeckendes Netz an Sprachkursen in den großen Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch, das Sprachenlernen überall, auch im ländlichen Raum gestattet.
  • Die Pflege auch der seltener gelernten Sprachen, bei kleineren Einrichtungen ermöglicht durch Kooperationen benachbarter Volkshochschulen.
  • Innovative, abwechslungsreiche Kursinhalte und Kursformate, die sich aus dem Zusammenwirken der unterschiedlichen Programmbereiche der Volkshochschule ergeben.
Und sie schätzen die Qualität des landesweit einheitlichen modernen Sprachenunterrichts, den die vhs sprachenschule seit 1993 garantiert, insbesondere

  • die qualifizierten, häufig muttersprachlichen Dozentinnen und Dozenten,
  • die individuelle Sprach- und Lernberatung,
  • die standardisierten Lehr- und Lernmaterialien,
  • die konsequente Orientierung am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER),
  • die abschließenden international anerkannten Sprachenzertifikate.
Der Programmbereich Sprachen hat sich in den vergangenen Jahren im Zuge der enorm angestiegenen Nachfrage nach Deutsch- und Integrationskursen zu einem Schwergewicht entwickelt. Die so genannte Flüchtlingskrise macht auch an den Volkshochschulen ein Management notwendig, das alle zur Verfügung stehenden Ressourcen beansprucht, ja überbeansprucht. Als Ort der Vielfalt und Begegnung haben die Deutsch- und Integrationskurse die Volkshochschule indessen auch sehr gestärkt: Volkshochschule integriert.

Sprache vermittelt Begegnung. Sie macht das Fremde verständlicher. Und Verständnis ist die Voraussetzung für Toleranz und Akzeptanz. Mit dem Erlernen ihrer Sprache entsteht und wächst das Verständnis für die andere Kultur. In der Begegnung mit den häufig muttersprachlichen Kursleitenden ist diese Kultur lebendig und direkt erlebbar. Der exemplarische Umgang mit den Fremden und mit dem Fremden innerhalb des Kursraumes und innerhalb des Sprachenunterrichts schafft Muster und ebnet dadurch den Weg für einen offenen Umgang mit „Anderen“ und „Anderem“. In einer Zeit, in der allenthalben von einer Spaltung der Gesellschaft die Rede ist und Angst vor Überfremdung die Politik beschäftigt, ist solches Integrationslernen, ist „Mehr Wir“ unverzichtbar.


Leinfelden-Echterdingen im Juli 2018



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Jahresbilanz 2017 des Volkshochschulverbandes


Gesamtentwicklung
Im Berichtsjahr erreicht das Unterrichtsvolumen ein erneutes Allzeithoch, nämlich über 3.200.000 Gesamt-Unterrichtseinheiten. Das sind nochmals knapp 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr 2016. Auch die Zahl der Teilnehmenden ist um über 54.000 auf über 2.240.000, also um 2,5 Prozent gestiegen.

Finanzierung
Das Finanzvolumen der Arbeit der 170 Volkshochschulen – im Jahr 2017 erfolgten zwei Fusionen – beläuft sich auf knapp 219.000.000 Euro, gegenüber 2016 eine Steigerung um 8,4 Prozent. Der erneut gestiegene Anteil der Eigenfinanzierung beträgt jetzt fast 70 Prozent. Durch öffentliche Zuschüsse der Kommunen und des Landes wird die Arbeit nur noch zu gut 30 Prozent finanziert. Dadurch erreichen die Teilnahmegebühren in Baden-Württemberg einen Finanzierungsanteil von rund 58 Prozent, während der bundesdurchschnittliche Anteil lediglich rund 38 Prozent beträgt, also 20 Prozent niedriger liegt.

Trends
Der nach Teilnehmenden gerechnet größte Programmbereich ist mit 40 Prozent trotz leichter Rückgänge nach wie vor die Gesundheitsbildung. Gerechnet nach der Zahl der Unterrichtseinheiten liegt der Sprachenbereich mit gut 54 Prozent ganz weit vorne.
Die Steigerung des Unterrichtsvolumens und der Zahl der Teilnehmenden geht innerhalb der Sprachen auf den Bereich „Deutsch als Fremdsprache“ zurück (insbesondere Integrationskurse, Kurse im Landesprogramm „Chancen gestalten“, Kurse nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz). Dieser „Integrationsbereich“ macht mittlerweile nahezu 65 Prozent des gesamten Programmbereichs aus und drängt die Fremdsprachen in den Hintergrund.
Wie sehr das Engagement der Volkshochschulen im Integrationsbereich ihre Ressourcen in Anspruch nimmt, zeigen auch die Rückgänge in anderen Programmbereichen.
Neben Deutsch als Fremdsprache verzeichnet nur noch der Programmbereich Politik - Gesellschaft - Umwelt, insbesondere die Politische Bildung Steigerungen der Zahl der Unterrichtseinheiten und Teilnehmenden.

>> Weitere Informationen


                                                                                               
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Das neue „vhs info“ ist erschienen: Schwerpunkt „Qualität“


In der aktuellen Ausgabe des „vhs info“ setzen wir den Fokus auf das Thema „Qualität“. Die Volkshochschulen sehen es stets als ihre Hauptaufgabe an, ihr Versprechen einer ausgezeichneten Weiterbildung einzuhalten. Dabei geht es nicht nur um die Qualität im Unterrichtsgeschehen selbst, sondern auch um die sämtlicher Prozesse und Strukturen der vhs als qualitätsorientierter Weiterbildungseinrichtung.
Wir laden Sie in unserem Fortbildungsmagazin herzlich ein, mit uns den Begriff der Qualität auch im strategischen Sinne zu lesen und zu verstehen. So hat das Qualitätsprogramm "vhs 2022" des Volkshochschulverbandes Halbzeit. Lesen Sie im „vhs info“ alles über den Zwischenstand. Was bedeutet es, dass die Volkshochschule ein Ort der Demokratie ist? Und ein Ort der Vielfalt sowie der Sprachen, zumal wir dieses Jahr das Jubiläum "25 Jahre vhs sprachenschule" feiern.

Daneben bietet das Magazin wie gewohnt zahlreiche Fortbildungsangebote für Mitarbeitende und Kursleitende an Volkshochschulen.

>> Das aktuelle „vhs info“ zum Herunterladen


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„Externe und interne Kooperation“: Jahrestagung des Volkshochschulverbandes


Bei der öffentlichen Jahrestagung des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg am 6. Juli in Freiburg standen drei Themen im Mittelpunkt: Externe und interne Kooperation, die „Eisenmannsche Zusage“ der Kultusministerin, die Landesförderung der Allgemeinen Weiterbildung auf den Bundesschnitt anzuheben (Interview der Ministerin lesen Sie hier: https://www.vhs-bw.de/newsletter/newsletter-juni-2018.html), und die soeben erschienene Leistungsbilanz 2017 der Volkshochschulen (siehe dazu auch den Beitrag zur Jahresbilanz).

Die „Freiburger Erklärung“ zur Unterstützung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks greift das Thema externe Kooperation auf (Freiburger Erklärung finden Sie hier: https://www.vhs-bw.de/2018_freiburger-erklaerung.pdf). Der Vorsitzende des Verbandes OBM Fritz Kuhn betonte in seiner Begrüßung die überragende Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der Volkshochschulen für Demokratie und Rechtsstaat und unterstich damit die enge Partnerschaft im Sinne des Leitthemas.

Der Ministerialdirektor des Ministeriums der Justiz und für Europa, Elmar Steinbacher, stellte in seiner Ansprache das erfolgreiche Kooperationsprojekt „Richtig. Ankommen. Rechtsstaatsunterricht für Flüchtlinge.“ des Justizministeriums mit dem Volkshochschulverband Baden-Württemberg vor und unterstrich damit den Beitrag der Volkshochschulen zur Integration.

In anschließenden World-Cafés konnten die Gäste der Jahrestagung direkt mit den Vertretenden der Landtagsfraktionen und dem Verbandsdirektor Dr. Hermann Huba zu verschiedenen Themen, u.a. zu „Qualität einschließlich Seriosität“ diskutieren.
Zwischendurch gab es im Foyer die Möglichkeit, sich an den Ständen der „Straße der Kooperationen“ über verschiedene Kooperationsprojekte der Volkshochschulen zu informieren und sich untereinander auszutauschen.

Die nächste Mitgliederversammlung und Jahrestagung des Volkshochschulverbandes findet am 4./5. Juli 2019 in Heilbronn statt.

Save the date!



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Lebenshilfen und Volkshochschulen – gemeinsam für inklusive Erwachsenenbildung in Baden-Württemberg

Dr. Michael Lesky, Volkshochschulverband Baden-Württemberg, hat Dennis Kuhlmann, bis Mai 2019 Leitung im Referat Fort- und Weiterbildung beim Landesverband Baden-Württemberg der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung e. V., interviewt:

Lesky: „An der gemeinsamen Erklärung sind zwei starke Partner, der Volkshochschulverband Baden-Württemberg und der Landesverband Baden-Württemberg der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung e. V. beteiligt. Wie kam es denn zur Zusammenarbeit zwischen den Landesverbänden?“

Kuhlmann: „Erste Kontakte entstanden im Rahmen des durch Impulse Inklusion geförderten Projekts „Erwachsenenbildung Inklusiv“, das ich von 2014 bis 2016 zusammen mit der vhs Stuttgart durchgeführt habe. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung für den Landesverband Lebenshilfe entdeckten wir die Ähnlichkeit der beiden Verbände, was die landesweite Präsenz betrifft. Daraus entstand die Idee, gemeinsam die inklusive Erwachsenenbildung in Baden-Württemberg zu unterstützen. Denn gemeinsam können wir unseren Vorteil nutzen, im gesamten Bundesland vernetzt zu sein.“

Lesky: „Beschreiben Sie bitte kurz Ihren Landesverband!“


Kuhlmann: „Der Landesverband Baden-Württemberg der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung e. V. ist der Zusammenschluss von 65 Orts- und Kreisvereinigungen der Lebenshilfe mit insgesamt 22.000 Einzelmitgliedern sowie 39 weiteren Mitgliedsorganisationen. Wesentliche Aufgabe des Landesverbandes ist es, die Interessen (insbesondere geistig) behinderter Menschen und ihrer Angehörigen gegenüber der Landespolitik, der Verwaltung und den Kostenträgern (Sozialhilfeträger, Pflegekassen usw.) zu vertreten. Außerdem unterstützt der Landesverband die Arbeit der Lebenshilfe-Vereine vor Ort. Schließlich ist der Landesverband Lebenshilfe Träger einer Vielzahl von Fort- und Weiterbildungsangeboten für Menschen mit Behinderungen, Eltern und Angehörige sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Einrichtungen und Diensten der Behindertenhilfe.“

Lesky: „Warum ist die inklusive Bildung wichtig für Baden-Württemberg?“

Kuhlmann: „Der Lebenshilfe Landesverband in Baden-Württemberg befasst sich seit seiner Gründung im Jahr 1964 auch mit dem Thema Bildung. Durch die UN-Behindertenrechts-konvention wurde das gemeinsame Lernen auf eine neue Grundlage gestellt. Menschen mit und ohne Behinderung sollen auch in öffentlichen Bildungseinrichtungen die Möglichkeit haben sich zu bilden und zu lernen, auch gemeinsam mit Nichtbehinderten. Bei den Lebenshilfen ist das pädagogische Know-How für das Lernen von Menschen mit Behinderung vorhanden, die Volkshochschulen sind mit dem Anspruch, für alle Menschen offen zu sein, ein idealer Partner. Ein Methodenmix zwischen der Sonderpädagogik und der allgemeinen Erwachsenenbildung sowie Barrierefreiheit in allen Belangen sind Grundvoraussetzungen für das Gelingen von inklusiver Erwachsenenbildung. Gemeinsam mit dem vhs-Landesverband können wir Einrichtungen und Volkshochschulen vernetzen, Materialien zur Verfügung stellen und Hilfestellungen geben.“

Lesky: Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit der beiden Landesverbände vor, was bezweckt die gemeinsame Erklärung?

Kuhlmann: „Wir müssen unsere Erklärung breit streuen, sodass möglichst viele Personen darauf aufmerksam werden und auf das Wissen von beiden Seiten zurückgreifen können. Es geht vor allem um Netzwerkarbeit, die nicht projektgebunden ist und damit möglichst nachhaltig ist. Die Verbände können von außen Kontakte herstellen, Fachtage zum Austausch anbieten, Materialien bereitstellen und Know How vermitteln – aber die inklusive Bildungsarbeit muss vor Ort stattfinden.“

>> Weitere Informationen



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Rückblick auf den Fachtag „vhs international“

Volkshochschulen sind international: das zeigten die Praxisbeispiele beim Fachtag „vhs international“ des Volkshochschulverbands Baden-Württemberg am 28. Juni 2018. Dr. Cristina Ricca, Leiterin der vhs Badische Bergstraße, erläuterte beispielsweise, wie sie in Zusammenarbeit mit DVV international dazu beigetragen hat, das „Erfolgsmodell Volkshochschule“ auf die Erwachsenenbildung in Marokko zu übertragen. Und Jürgen Will, Leiter der vhs Pforzheim-Enzkreis, stellte non-verbale Methoden für die interkulturelle Kommunikation vor, die gemeinsam mit europäischen Partnern erarbeitet wurden.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten beim Fachtag Informationen, wie sie an ihren Volkshochschulen ähnliche Projekte umsetzen können und welche Fördermöglichkeiten es gibt. Noëmi Donner und Michael Kempmann informierten über die Programme von DVV international, dem Institut für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, und erarbeiteten in einer „Werkstatt Internationalisierung“ erste Schritte für eine internationale Ausrichtung der vhs. Von der Nationalen Agentur Bildung für Europa stellte Anke Dreesbach die Förderlinien des EU-Programms ERASMUS+ vor und ermunterte die Volkshochschulen, sich an diesem Programm zu beteiligen: „Die Chancen stehen gut, dass Anträge bewilligt werden!“

Volkshochschulen finden weitere Informationen zum Fachtag im Extranet.

Der Fachtag bildete auch den Auftakt für zwei internationale Projekte des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg: In den beiden ERASMUS+ Projekten „vhs international“ und „Erwachsenenbildung 4.0“ können Beschäftigte an Volkshochschulen in Baden-Württemberg im europäischen Ausland Fortbildungen besuchen oder in Einrichtungen der Erwachsenenbildung hospitieren. Die Kosten für diese sog. „Mobilitäten“ werden aus Projektmitteln gefördert. Bis Mitte 2020 können Volkshochschulen in Baden-Württemberg diesen einfachen Einstieg in die Internationalisierung nutzen.

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43 Projekte "Berufliche Weiterbildung an der vhs als Beitrag zur Integration"


43 Projektvorhaben zur beruflichen Weiterbildung von Menschen mit Migrationshintergrund konnten an Volkshochschulen realisiert werden, und zwar im Rahmen des Projekts "Berufliche Weiterbildung an der vhs als Beitrag zur Integration" des Verbandes, gefördert durch den dvv. In diesem wichtigen Arbeitsfeld das Engagement und die Kreativität der Volkshochschulen zu unterstützen, war ein wesentliches Ziel des Projekts.

Positive Resonanz fand auch die exemplarische Vorstellung von fünf praxiserprobten Beispielen aus verschiedenen Themenfeldern auf der Abteilungskonferenz Beruf. Das Projekt hat einen intensiven Erfahrungsaustausch unter den Volkshochschulen angeregt und strahlt bereits auf andere Bundesländer aus. Erste Rückmeldungen zeigen, dass durch das Projekt die Realisierung ähnlicher Vorhaben für weitere Volkshochschulen angeregt und erleichtert wird.



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Termine


Machen Sie noch mit – bis zum 25. Juli!


>> Aktuelle Ausschreibung des vhs-Verbandes:

Was fehlte, gäbe es die vhs nicht?

Ohne vhs fehlte ein Ort, an dem alle alles lernen können und Bildung nie aufhört.


4./5. Juli 2019

Nach der Mitgliederversammlung ist vor der Mitgliederversammlung. Save the date!















   


 

 


   

    
    







 
   
  

   


   
    

   











   




















   
 


   
























   














   

   
   
   






















   

   



























































   
   

   
   
   














   

   
    


   
     











   
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