Newsletter des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg

Juni 2018



Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann im Interview mit dem Volkshochschulverband Baden-Württemberg


Frau Ministerin, seit 2016 sind Sie Kultusministerin des Landes Baden-Württemberg und in Zeiten rasanter gesellschaftlicher Veränderungen fortlaufend mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Was sind für Sie aktuell die drängendsten politischen Themen mit Bezug zur Weiterbildung?

Aktuell steht die Bildungspolitik vor der großen Herausforderung, die Qualität und Leistungsfähigkeit des baden-württembergischen Schulsystems zu verbessern. Wir setzen dabei einen Schwerpunkt auf die Schlüsselqualifikationen Lesen, Schreiben, Rechnen. Im Fokus stehen außerdem die Lehreraus- und -fortbildung sowie die schulischen Unterstützungssysteme. Ich bin überzeugt, dass wir mit diesen Maßnahmen mittel- und langfristig eine Wende schaffen!
Ein besonderes Anliegen ist es mir auch, das lebenslange Lernen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen zu stärken sowie die Kompetenzerweiterung und Digitalisierung der Weiterbildung zu fördern. In Zeiten des rasanten technologischen und digitalen Wandels stehen wir vor der Aufgabe, den sektoralen Fachkräftemangel und die Integrationsfrage zu meistern sowie generell den Zusammenhalt unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft im Blick zu behalten und zu stärken. Insbesondere bei diesen Themen setze ich auf die erfolgreiche Arbeit des landesweiten Bündnisses für Lebenslanges Lernen.


Was sind die zentralen Weiterbildungsthemen, die Ihr Ministerium beschäftigen?

Das bewährte Bündnis für Lebenslanges Lernen, dessen Geschäftsstelle im Kultusministerium residiert, soll durch einen Beirat weiterentwickelt und noch schlagkräftiger gestaltet werden. Nur gemeinsam mit den im Bündnis vertretenen anderen Ministerien und den relevanten Weiterbildungsträgern werden wir die genannten Aufgaben meistern können. Aktuelle Weiterbildungsthemen sind hierbei die Weiterentwicklung des Digitalen Weiterbildungscampus und des Landesnetzwerks Weiterbildungsberatung, die gemeinsamen Anstrengungen im Rahmen der KMK oder auch auf europäischer Ebene sowie die politische Weiterbildung. Für den Bereich der Alphabetisierung und Grundbildung im Zusammenhang mit der bundesweiten Alphadekade wird zudem der gleichnamige Landesbeirat eine wichtige Rolle spielen.


Laut Weiterbildungspakt, der 2015 geschlossen wurde, soll die Landesförderung der Allgemeinen Weiterbildung schrittweise auf den Bundesdurchschnitt angehoben werden. Zu diesem Nahziel fehlen nach den bereits erfolgten Erhöhungen gegenwärtig noch ca. 5 Millionen Euro jährlich. Wie geht es mit der Umsetzung des Weiterbildungspaktes weiter? Was werden Ihre nächsten Schritte sein?

Die im Weiterbildungspakt festgeschriebenen Aufgaben und Ziele sollen Schritt für Schritt umgesetzt werden. Dazu sind gemeinsame Anstrengungen erforderlich, um zum einen die aktuellen Themen der Weiterbildung zukunftsorientiert weiterentwickeln, zum anderen aber auch um eine angemessene Finanzausstattung in Höhe des Bundesschnitts der Volkshochschulen sichern zu können. Um letzteres zu gewährleisten, werde ich mich dafür einsetzen, dass die Erhöhung der Grundförderung im Haushaltjahr 2020/2021 eingeplant wird. Ebenso soll das erfolgsreiche Landesprogramm Weiterbildung inklusive der darin eingebetteten Projektförderlinie erhalten und die Förderung des Digitalen Weiterbildungscampus sowie des Landesnetzwerkes Weiterbildungsberatung untermauert werden. Darüber hinaus möchte ich gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern im Bündnisbeirat an einem neuen, zukunftsweisenden Konzept zur Stärkung des Lebenslangen Lernens arbeiten. Neben den finanziellen Aspekten müssen die inhaltlichen Schwerpunktthemen für eine mögliche Fortschreibung des Weiterbildungspakts definiert werden.


Herausforderungen wie die Digitalisierung und andere Megatrends verändern die Arbeitswelt und die gesellschaftlichen Verhältnisse ‒ und somit auch die Anforderungen an das lebenslange Lernen. Wie wird sich die Zukunft der Weiterbildung aus Ihrer Sicht gestalten? Um welche Inhalte und um welche Formate wird es gehen?

Die Korrelation von Wissen und Beschäftigungsfähigkeit wird im Zuge der Digitalisierung immer größer werden. Diese Entwicklung wird auch die Verzahnung von Bildung und Weiterbildung mit der Arbeitswelt vorantreiben. Die beiden Bereiche dürfen nicht mehr getrennt gedacht werden, sondern vielmehr als Einheit. Die Arbeit wird insgesamt immer stärker mit Lernen verbunden sein, sei es formell oder informell. Damit wird umgekehrt Lernen mehr und mehr Teil des Arbeitsprozesses sein. Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, benötigen wir eine ausgezeichnete technische Infrastruktur. Diese können wir seitens des Landes mit dem Digitalen Weiterbildungscampus zur Verfügung stellen, aber wir benötigen auch entsprechend geschulte Personen, die diese Technik pädagogisch sinnvoll so zum Einsatz bringen, dass die Individualisierung und Mobilität von Lehren und Lernen ihr ganzes Potenzial entfalten kann. Dies ist ein Prozess, der nicht auf Baden-Württemberg beschränkt sein kann. Auf KMK-Ebene habe ich daher noch im Jahr meiner Präsidentschaft angestoßen, dass die KMK-Digitalstrategie um den Bereich der Weiterbildung erweitert wird.


Die Volkshochschulen sind die führende Institution der öffentlich verantworteten Weiterbildung in unserem Land. Wie schätzen Sie persönlich die Arbeit der baden-württembergischen Volkshochschulen ein?

Für den Bereich der öffentlich verantworteten Weiterbildung sind uns die Volkshochschulen der erste Ansprechpartner. Volkshochschulen sind Orte der Diskussion und der Begegnung. Sie sind Bildungsstätten für Menschen unterschiedlichsten Alters, verschiedener Herkunft und sehr unterschiedlicher Bildungshintergründe. Die große Stärke von Volkshochschulen ist die flächendeckende Präsenz in Baden-Württemberg. Mit ihren 169 Standorten und fast 700 Außenstellen stellen sie eine Grundversorgung an Weiterbildungsmaßnahmen wohnortnah sicher, die anders nicht möglich wäre. Die Bewältigung der Flüchtlingskrise und die Integrationsbemühungen von Bund und Ländern wären nicht so erfolgreich verlaufen, hätte es nicht vor Ort die Volkshochschulen gegeben. Aus eigener Anschauung als Schulbürgermeisterin in Stuttgart weiß ich um die unentbehrliche Rolle einer Volkshochschule in einem kommunalen Gemeinwesen. Dafür möchte ich den Verantwortlichen in den Einrichtungen wie auch im Verband meinen ausdrücklichen Dank aussprechen.








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vhs analogital - Drei Fragen zur Digitalisierung an Verbandsdirektor Dr. Hermann Huba


Was bedeutet die Digitalisierung für die Weiterbildung?


Die zunächst technische Entwicklung der Digitalisierung verändert unseren Alltag wie unsere gesamte Gesellschaft, weil sie unsere Kommunikation verändert. Die Veränderung erfasst selbstverständlich auch die Prozesse der Wissensaneignung, des Lernens und der Bildung. Zum einen ganz elementar, weil der Umgang mit den jeweils neuen Techniken erlernt werden muss. Zum anderen verändern sich die zum Einsatz kommenden Medien und damit verändert sich die Art und Weise unseres Lernens, Stichwort „Erweiterte Lernwelten“. Und drittens bedarf es der Reflexion der kulturellen Folgen dieser technischen Entwicklung, also der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Digitalisierung.
Dabei ist aber das Ziel der sog. Digitalisierung der Volkshochschule nicht die „durchdigitalisierte“ vhs, sondern die „analogitale“ vhs: Die Volkshochschule steht auch in Zukunft im Kern für soziales Lernen, für Lernen und Bildung in der Gruppe, in der sich Menschen physisch begegnen. Sie begrüßt aber sinnvolle Erweiterungen dieser Bildungswelt durch digitale Medien und veränderte Inhalte.


Wie sieht die Digitalisierungsstrategie des Verbandes aus?

Die vom Vorstand beschlossene Strategie zeichnet sich durch drei Eckpunkte aus:

  • Die Entwicklung und Erprobung von digital erweiterten Lehr-Lernsettings. Sowohl die Volkshochschulen als auch der Verband integrieren digitale Medien zunehmend in ihre Veranstaltungen, von der Verwendung einfacher Werkzeuge, wie z. B. Online-Umfragen in Präsenzkursen über Blended-Learning-Formate bis hin zu rein virtuellen Angeboten. Dies umfasst auch Veranstaltungen zum Wissens- und Kompetenzerwerb über digitale Medien und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen.
  • (Online-) Fortbildungsangebote insbesondere zu digitaler Technik und Didaktik, aber auch zur Strategie-, Organisations- und Personalentwicklung für die entsprechenden Zielgruppen von vhs-Leitungen über pädagogische Mitarbeitende bis zu unseren Kursleitungen.
  • Vor allem für kleinere und/oder digital weniger erfahrene Volkshochschulen entwickelt der Verband bis Anfang 2019 ein Paket einfach umzusetzender Maßnahmen, die einen niedrigschwelligen Einstieg ermöglichen.


Wie gelingt die Umsetzung dieser Strategie?

Durch die personelle Verstärkung unseres schon bestehenden qualifizierten Teams um Frau Dr. Gassner, die auch an den Entwicklungen auf Bundesebene mitwirkt und so für Synchronisation sorgen kann. Zur beschlossenen Strategie gehört die Einrichtung einer Vollzeitstelle „Juniorreferenz Digitalisierung“.

                                                                                               
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„Mehr Sprachen: Mehr Wir.“ - Die Volkshochschule als Ort der Sprachenvielfalt und der Begegnung


Sprachen trennen, Sprachenlernen verbindet. An der vhs herrscht Sprachenvielfalt und ist Sprachenlernen eine alltägliche Selbstverständlichkeit. Damit ist die Volkshochschule der Ort, der die Vielfalt der Sprachen wertschätzt und die Menschen verbindet: „Mehr Sprachen: Mehr Wir.“ ‒ Das ist das neue Motto des Programmbereichs Sprachen, mit dem die Volkshochschulen gleichzeitig das 25-jährige Jubiläum der vhs sprachenschule begehen.

Die vhs sprachenschule

Im Jahre 1993 einigten sich die Volkshochschulen in Baden-Württemberg auf gemeinsame Qualitätsstandards im Programmbereich Sprachen, die seither unter dem Label vhs sprachenschule firmieren. Die einheitlichen Qualitätskriterien beziehen sich auf die Methodik und Didaktik des modernen Fremdsprachenunterrichts ebenso wie auf die Rahmenbedingungen des Sprachkursangebotes. Die Standards beziehen sich nicht nur auf die einzelne Volkshochschule, sondern nehmen auch das Netzwerk der Volkshochschulen in den Blick. Durch Kooperationen benachbarter Volkshochschulen, aber auch durch landesweite Kooperationen kann ein umfangreicheres Angebot an Sprachkursen, insbesondere aber auch an Sprachprüfungen vorgehalten werden.

Der Programmbereich Sprachen hat sich so zu dem Schwergewicht entwickelt, das er heute ist: Jährlich besuchen über 400.000 Menschen einen der 37.000 Sprachkurse an Volkshochschulen in Baden-Württemberg mit rund 1,5 Millionen Unterrichtsstunden. Das Angebot umfasst an großen Volkshochschulen bis zu 35 unterschiedliche Sprachen. Volkshochschulen im ländlichen Raum halten ein Kursangebot in den gängigen Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch, sowie in Deutsch als Fremdsprache vor.


„Mehr Sprachen. Mehr Wir.“ - Die vhs (sprachenschule) als Ort der Begegnung


An wenigen Orten ist das WIR der Sprachenvielfalt so präsent wie an der Volkshochschule. Sie ist nicht nur der Ort, an dem viele Sprachen gelernt werden können, sondern auch der Ort, an dem sich Menschen mit unterschiedlichen Herkunftssprachen begegnen. Da sind zum einen die muttersprachlichen Kursleitenden, zum anderen die Teilnehmenden mit anderen Herkunftssprachen, die an der Volkshochschule einen Deutschkurs besuchen. Und nicht zuletzt gibt es die mehrsprachigen Mitarbeitenden der Volkshochschulen.

Mit dem Erlernen einer Sprache entsteht und wächst das Verständnis für die andere Kultur. In der Begegnung mit den häufig muttersprachlichen Kursleitenden wird diese Kultur lebendig und unmittelbar erlebbar. Der exemplarische Umgang mit dem Fremden innerhalb des Kursraumes und innerhalb des Sprachunterrichts ebnet den Weg für einen offenen Umgang mit „dem Anderen“. Das Andere wird uns vertraut, die Menschen nähern sich unserem WIR.

Wer die Vielfalt der Sprachen schätzt, schätzt die Vielfalt der Menschen.


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Was fehlte, gäbe es die vhs nicht? - Aktuelle Ausschreibung des vhs-Verbandes


Die Volkshochschule ist eine Selbstverständlichkeit. Selbstverständliches nutzt man, man denkt aber nicht darüber nach. Wir haben darüber nachgedacht und Antworten auf die Frage gesammelt, was genau unserer Gesellschaft fehlte, gäbe es die Volkshochschule nicht. Erste Antworten finden Sie auf unserer Website, in diesem Newsletter und auf unseren Social Media Kanälen Facebook und Twitter.

Wir sind sicher, dass Sie andere, vielleicht bessere, frechere, kritischere, originellere Antworten finden. Schicken Sie sie uns! ‒ Auf allen denkbaren Wegen bis zum 25. Juli 2018. Nutzen Sie dazu Facebook, Twitter (#vhsWasfehlte), den Post- oder E-Mail-Weg: Volkshochschulverband Baden-Württemberg, Raiffeisenstr. 14, 70771 Leinfelden-Echterdingen, info@vhs-bw.de. Mit dem Einreichen Ihrer Antwort(en) stimmen Sie einer Veröffentlichung dieser sowie Ihres Namens durch den Volkshochschulverband zu.

Die nach Einschätzung einer Jury besten und originellsten Antworten veröffentlichen wir mit Ihrem Namen auf unserer Website. Und die allerbesten kommen auch mit Ihrem Namen auf Postkarten, mit denen wir Aufmerksamkeit auf eine Selbstverständlichkeit lenken: auf die Volkshochschule.

Denn: „Gäbe es die vhs nicht, fehlte Bildung für alle.“

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


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Meldung: „Zustimmung zur EU so hoch wie seit 1983 nicht“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.05.2018:


Brüssel, 23. Mai (dpa). Ein Jahr vor der Europawahl hat die Zustimmung der Bürger zur Europäischen Union einer Umfrage zufolge einen Rekordwert erreicht. Mehr als zwei Drittel der EU-Bürger und 75 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass ihr Land von der EU-Mitgliedschaft profitiert. Das geht aus dem «Eurobarometer» hervor, das am Mittwoch in Brüssel veröffentlicht wurde. Es ist der höchste Wert seit 1983. Zu Beginn der Euro-Finanzkrise im Jahr 2010 und während der Flüchtlingskrise 2015 und 2016 lag der Wert deutlich niedriger. Das Steigen der Zustimmung begann den Umfragewerten zufolge in der zweiten Jahreshälfte 2016, nach dem Votum der Briten, aus der EU auszutreten.


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Generationswechsel an Volkshochschulen: Studie zu Veränderungen im professionellen Selbstverständnis von Leitenden und Programmplanenden an Volkshochschulen

Von Frank Pfiszter

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie verändert sich das professionelle Selbstverständnis von Leitenden und hauptberuflichen pädagogischen Mitarbeitenden (HPM) an Volkshochschulen zwischen den Generationen? Das ist die Frage, der ich in meiner Dissertation „Professionelles Selbstverständnis im Wandel der Generationen“ nachgehe.

In welcher Beobachtung gründet das Forschungsinteresse? In der Erwachsenen-/ Weiterbildung vollzieht sich derzeit ein nahezu alle Weiterbildungsorganisationen betreffender kollektiver personeller Wechsel. Viele langjährige Mitarbeitende, die v. a. in der öffentlich-geförderten Erwachsenen-/Weiterbildung ab Mitte der 1980er bis Anfang der 1990er Jahre eingestellt wurden, scheiden altersbedingt aus dem Erwerbsleben aus und meist Jüngere übernehmen die freigewordenen Stellen. Auch in den Leitungen von Volkshochschulen und bei den HPM vollzieht sich ein Generationswechsel, wie es ihn in dieser Dynamik in der Geschichte der Volkshochschulen noch nicht gegeben hat. Diese Übergangssituation wirft die Frage auf, inwieweit sich das professionelle Selbstverständnis zwischen den Generationen verändert? Wandelt sich traditionelle Programmplanung unter Bedingungen der Ökonomisierung zum Bildungsmanagement? Welche Rolle spielt ein generationenübergreifendes, konsensfähiges Selbstverständnis?

Auf Basis breiter interdisziplinärer Erkenntnisse arbeitete ich anhand eines mehrstufigen empirischen Designs (statistische Erhebung, Interviews, Gruppendiskussionen) generationenspezifische Gemeinsamkeiten und Unterschiede am Beispiel von Leitenden und Programmplanenden an Volkshochschulen in Baden-Württemberg heraus. Wie die empirischen Ergebnisse zeigen, vollzieht sich z.B. auf Leitungsebene ein Wandel von der Dominanz pädagogischer Berufs- und Studienabschlüsse hin zu wirtschafts-, verwaltungs- und rechtswissenschaftlichen Ausbildungshintergründen. Bezogen auf das professionelle Selbstverständnis werden verschiedene Generationstypen (Idealtypen) identifiziert, die auf einen Perspektivenwechsel verweisen: Während sich die älteren Generationsangehörigen eher an pädagogisch-aufklärerischen Denkmustern orientieren und die Weiterbildungsarbeit über bildungstheoretische Kategorien definieren, denkt die mittlere Generation über ihre vhs-Arbeit stärker betriebs- und marktwirtschaftlich nach. Die Jüngeren nehmen als „gespaltene“ Generation im Spannungsfeld von pädagogischen und ökonomischen Kriterien gewissermaßen eine Mittelposition zwischen ihren Vorgängergenerationen ein. Der Generationswechsel erfolgt dabei also nicht radikal, sodass es ausschließlich eine „alte“ und „neue“ Generation gibt. Vielmehr existieren mehrere Generationen neben-einander, die sich wechselseitig beeinflussen.

Aus den Befunden wird sowohl eine hohe wechselseitige Anerkennung (intergenerationelle Solidarität) als auch ein als wichtig erachteter, jedoch fehlender systematischer Austausch zwischen den Generationen offenkundig. Zudem schätzen die Befragten die Relevanz eines konsensfähigen, verbindlichen vhs-Selbstverständnisses als Basis zur gemeinsamen Verständigung und Selbstvergewisserung als sehr hoch ein. In diesem Zusammenhang heben sie neben dem kollegialen Austausch im Berufsalltag die Rolle der vhs-Verbände auf Bundes- und Landesebene (Einführungsveranstaltungen für Berufsneulinge, programmatische Leitlinien usw.) bei der Vermittlung von Wertewissen und Standards der Berufsausübung hervor.

Zum Autor:
Dr. Frank Pfiszter ist Diplom-Pädagoge mit Schwerpunkt Erwachsenen-/Weiterbildung und stellvertretender vhs- und Fachbereichsleiter an der vhs Gerlingen.
Kontakt: f.pfiszter@vhs-gerlingen.de



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Fachtag junge vhs: „Zukunft bilden! Die junge vhs an der Volkshochschule“


Die zielgruppenspezifischen Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind an vielen Volkshochschulen fest verankert und bereichern das individuelle Bildungsprogramm der Volkshochschule. Die junge vhs als Querschnittsaufgabe bietet vielfältige Chancen, Angebote in den Lern- und Lebenswelten der jungen Menschen zu schaffen.
Am 19. April 2018 fand beim Volkshochschulverband Baden-Württemberg der erste Fachtag junge vhs statt. Unter dem Motto "Zukunft bilden! Die junge vhs an der Volkshochschule" wurde u.a. über bundesweite Finanzierungsmöglichkeiten sowie die Aufsichtspflicht informiert. Außerdem stellten einige Volkshochschulen Best-Practice Beispiele aus der Praxis vor und es bestand die Möglichkeit, Fragen rund um die junge vhs im Kollegienkreis zu diskutieren und sich zu vernetzen.
Der Fachtag fand positive Zustimmung und wird künftig regelmäßig angeboten werden, um den Verantwortlichen an Volkshochschulen eine Plattform zum fachlichen Austausch zu bieten.



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Termine


5./6. Juli 2018

Mitgliederversammlung und öffentliche Jahrestagung des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg in Freiburg. Unser Thema: „Externe und interne Kooperation“. Save the date!

>> Flyer zur öffentlichen Jahrestagung














   


 

 


   

    
    







 
   
  

   

















   






   
   


   
    

   
















   





























   

































































   
   













































   
   

   
   
   



















   


    










   
    Frank Pfiszter (2018):
    Professionelles Selbst-
    verständnis im Wandel der
    Generationen - Interge-
    nerationelle Veränderungen
    im Selbstverständnis von
    Leitenden und Programm-
    planenden an Volkshoch-
    schulen. Hamburg.  












































   

















   
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