Volkshochschulen als Schulen für Europa

Geht es zunächst und primär darum, möglichst vielen Menschen die historische Dimension des Projekts Europa näher zu bringen und ihnen zu ermöglichen, europäische Solidarität zu lernen, ist das eine Aufgabe für die Volkshochschulen. Sie eignen sich als Schulen für Europa, weil sie für alle offen, flächendeckend verbreitet und parteipolitisch neutral sind. Und weil sie über das dem Gegenstand angemessene umfassende Angebot verfügen, das es ihnen erlaubt, „Europa“ – wie „Integration“ – als Querschnittsaufgabe zu begreifen:
Volkshochschulen ermöglichen das Erlernen aller europäischen Sprachen, einschließlich des Kennenlernens der jeweiligen kulturellen Hintergründe, Eigenheiten und Traditionen. Zusätzliche vertiefende Einblicke gewähren ihre länderkundlichen Veranstaltungen.

Kulturelle und interkulturelle Bildung an Volkshochschulen fördern das wechselseitige Verstehen, bauen Vorbehalte gegenüber Fremdem ab und steigern Toleranz und gegenseitige Akzeptanz. Kulturelle Alternativen und alternative Problemlösungen generell helfen, die eigenen kulturellen Prägungen und die eigenen Lösungen besser zu verstehen und gegebenenfalls zu verbessern.
Europäische Vielfalt ermöglicht es, voneinander zu lernen.

Werke der Bildenden Kunst, der Literatur, des Films usw. aus unterschiedlichen europäischen Ländern machen Europa auch sinnlich erlebbar. Noch unmittelbarer gelingt das durch direkte menschliche Begegnungen. Über „Erasmus+“ und andere Förderprogramme der Weiterbildung geben die Volkshochschulen Gelegenheiten zu Begegnungen mit anderen Europäerinnen und Europäern. Einblicke in deren Arbeits- und Lebenswelten verhelfen zu neuen Sichtweisen, weiten den Horizont und stärken dadurch die Persönlichkeit.

Direkte Begegnung und unmittelbares Erleben schaffen aber vor allem die Grundvoraussetzung aller Solidarität: in seinem Gegenüber auch sich selbst erkennen zu können.

Gleiches gilt für Bewegungs-, Entspannungs-, Koch- und Tanzkurse für Teilnehmende aus unterschiedlichen Ländern, die erfahrungsgemäß in besonderer Weise das Wir-Gefühl stärken.

Volkshochschulen vermitteln darüber hinaus grund- und allgemeinbildende kommunikative, soziale, politische, wirtschaftliche sowie geschichtliche Kenntnisse und Kompetenzen und bieten damit alle Möglichkeiten, historische Ereignisse und Entwicklungen in größeren Zusammenhängen zu sehen und die Notwendigkeit von Solidarität zu begreifen.

 
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