Startchancen BW: Eltern stärken – Lernen fördern
Volkshochschulen und Schulen intensivieren ihre Zusammenarbeit
27.04.2026
Mit dem Startchancen-Programm haben Bund und Länder eines der derzeit größten aktuellen bildungspolitischen Fördervorhaben auf den Weg gebracht. Ziel ist es, Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schüler*innen gezielt zu unterstützen und Bildungschancen nachhaltig zu verbessern.
Bundesweit profitieren von 2024 bis 2034 rund 4.000 Schulen, davon etwa 540 in Baden-Württemberg. Im Fokus stehen die Stärkung von Basiskompetenzen sowie die langfristige Schulentwicklung. In Baden-Württemberg wird das Programm durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport umgesetzt und gemeinsam mit dem Bund finanziert.
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die aktive Einbindung der Eltern. Genau hier setzt das Projekt „Eltern stärken – Lernen fördern“ an, das vom Volkshochschulverband Baden-Württemberg initiiert wurde. Ziel ist es, insbesondere schwer erreichbare Eltern stärker in schulische Bildungsprozesse einzubeziehen und ihre Sicherheit im Umgang mit schulischen Anforderungen zu fördern.
Kern des Konzepts ist die enge Verzahnung von Elternarbeit und Grundbildung. Die Umsetzung erfolgt über zwei aufeinander aufbauende Bausteine:
- Elterncafés:
Niedrigschwellige Treffpunkte direkt an Schulen schaffen Vertrauen und ermöglichen Austausch. Themen wie Gesundheit, Mediennutzung, schulische Abläufe oder Erziehungsfragen werden alltagsnah aufgegriffen. Die Angebote sind bedarfsorientiert, mehrsprachig gestaltet und können durch Kinderbetreuung ergänzt werden. - Grundbildungsangebote:
Aufbauend auf den Elterncafés vermitteln mehrteilige Kurse zentrale Kompetenzen – von Sprach- und Mathematikkenntnissen bis hin zu Medienkompetenz und Unterstützung bei schulischen Anforderungen. Die Kurse sind modular aufgebaut und werden teilweise in Kooperation mit sozialpädagogischen Fachkräften oder Elternmentor*innen durchgeführt.
Erfolgreiche Pilotphase – Ausbau geplant
Im Schuljahr 2025/2026 wurde das Projekt an vier Volkshochschulen erfolgreich erprobt: in Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe und Tuttlingen, an insgesamt sieben Startchancen-Schulen der Sekundarstufe I.
Nun folgt der nächste Schritt: In einer dreijährigen Förderphase wird das Projekt auf bis zu 50 Schulen ausgeweitet – künftig auch unter Einbezug von Grundschulen.
Die Koordination übernimmt weiterhin der Volkshochschulverband Baden-Württemberg. Er sorgt für Qualitätssicherung, organisiert Fortbildungen und bündelt die Kommunikation mit dem Fördergeber.
Jetzt mitmachen!
Volkshochschulen in Baden-Württemberg sind herzlich eingeladen, sich an der kommenden Projektphase zu beteiligen und die Bildungsarbeit vor Ort aktiv mitzugestalten.