Lehrer*innenprogramm

Neue Horizonte entdecken mit dem Lehrer*innen-Programm

Neue Erfahrungen sammeln, andere Kompetenzen erwerben, sich in einem neuen Arbeitsfeld behaupten und bestätigen – dies alles bietet das so genannte Lehrerprogramm interessierten Kolleginnen und Kollegen aller Schularten.

Die berufliche Laufbahn einer verbeamteten Lehrkraft ist im Allgemeinen wenig variantenreich. Einmal Lehrer*in – immer Lehrer*in, das ist die gängige Vorstellung. Nur wenige Kolleginnen und Kollegen wissen, dass ihnen das Land Baden-Württemberg im Rahmen seiner Weiterbildungskonzeption die Möglichkeit eröffnet, für eine Tätigkeit im planerisch-organisatorischen Bereich für eine gewisse Zeit an eine Einrichtung der Erwachsenenbildung zugewiesen zu werden. Dabei wird der Status als Beamter/Beamtin ebenso beibehalten wie die Bezüge.

Am häufigsten nehmen Lehrer*innen dabei eine Tätigkeit als Programmbereichsleitung an einer Volkshochschule in Baden-Württemberg an. Die Programmbereiche der Volkshochschulen gliedern sich in die Themen: Politik – Gesellschaft – Umwelt, Kultur – Gestalten, Gesundheit, Sprachen – Integration, Arbeit – Beruf und Alphabetisierung – Grundbildung sowie Schulabschlüsse. Die kreative und innovative Gestaltung der Kursangebote in einem dieser Bereiche obliegt dem/der hauptamtlichen pädagogischen Mitarbeiter*in (HPM), so die gängige Berufsbezeichnung. Über das eigentliche Kursangebot hinaus werden Einzelveranstaltungen, Thementage oder Reisen organisiert. Dabei geht es nicht nur darum, ein zielgruppengerechtes Konzept zu erstellen, sondern dieses auch nach modernen Marketingaspekten zu verbreiten.

HPM sind Teil eines Teams, das sich aus den Kolleginnen und Kollegen der anderen Programmbereiche, den Kursleitenden und den Mitarbeiter*innen aus dem Bereich Verwaltung zusammensetzt. Neben der Kollegialität, die der/die Lehrer*in aus der schulischen Arbeit gewöhnt ist, werden Kompetenzen im Bereich der Führung und Leitung erworben. Für die fachliche Betreuung der Kursleitenden hingegen kann jede Lehrkraft auf ihren methodisch-didaktischen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Neben der Tätigkeit an der eigenen Einrichtung kooperiert der/die Programmbereichsleiter*in mit Kolleginnen und Kollegen anderer Volkshochschulen und weiterer Einrichtungen in der Kommune oder der Region. Die Netzwerkarbeit gewinnt zunehmend an Bedeutung und schärft den Blick über die Belange der Volkshochschule hinaus. Zudem ist die Betreuung fremdfinanzierter Projekte ein Arbeitsgebiet, das in den letzten Jahren einen immer größeren Raum einnimmt und ein professionelles Projektmanagement erfordert.

Das neue Arbeitsfeld ermöglicht es den Kolleginnen und Kollegen, eigene Fähigkeiten zu entdecken und einzubringen, die über jene hinausgehen, die im schulischen Alltag genutzt werden. Gleichzeitig erfordert die neue Tätigkeit die Ausbildung neuer Kompetenzen im Bereich der Leitung und Organisation. Die Eigenverantwortung und Eigenständigkeit, die für die Lehrkraft im Laufe ihrer Tätigkeit in der Erwachsenenbildung selbstverständlich geworden sind, können bei der Rückkehr an die Schule eine wesentliche Bereicherung darstellen. Von Seiten der Landesregierung wird in dem Informationsblatt zum Lehrerprogramm besonders darauf hingewiesen, dass das Programm für alle Lehrer*innen geeignet ist, die sich für Aufgabenstellungen in der Weiterbildung interessieren, beziehungsweise dort einschlägige Erfahrungen vorweisen können. Einen zusätzlichen Nutzen aus dem Programm ziehen beispielsweise Lehrer*innen, die sich später um eine Funktionsstelle an der Schule bewerben möchten, die Kenntnisse und Erfahrungen im Verwaltungsbereich voraussetzt. Die Schulverwaltung ist gehalten, bei Bewerbungen die im Lehrer*innen-Programm erworbenen Qualifikationen zu berücksichtigen.

Kontakt

Katja Deigendesch

Katja Deigendesch

Fachreferentin
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