Bildung für alle

Bildung für alle

Volkshochschule ist Bildung für alle. Das ist die Kernidee seit mehr als 100 Jahren, die bis heute gilt. Und das wird auch in Zukunft so sein. Denn Volkshochschulen sind öffentliche Bildungseinrichtungen, die jede und jeder für ihre oder seine Weiterbildung nutzen kann – unabhängig von seinen oder ihren finanziellen Möglichkeiten, unabhängig vom kulturellen und religiösen Hintergrund, und unabhängig von formaler Qualifikation und Bildungsstand.

Damit ist Vielfalt beim Angebot von Volkshochschulen vorprogrammiert. Bildung für alle bedeutet nicht das Gleiche für jede*n. Dies könnte auch allein auf Grund des Prinzips der Freiwilligkeit der Teilnahme gar nicht funktionieren. Vielmehr heißt Bildung für alle, für jede*n etwas Interessantes oder Nützliches für die eigene Weiterbildung zu bieten. Die Programme von Volkshochschulen umfassen daher eine Fülle an unterschiedlichen Angeboten, die ein breites Spektrum an Programmbereichen umfassen: von „Gesellschaft – Politik – Umwelt“ über „Kultur – Gestalten“ und „Gesundheit“ bis hin zum Bereich „Sprachen – Integration“.

Und „Bildung für alle“ bedeutet noch mehr als das. Bildung ist auch eine grundlegende Ressource für die Teilhabe sowohl am gesellschaftlichen wie auch am beruflichen Leben. Daher gehört zur Idee der Bildung für alle an Volkshochschulen immer auch die berufliche Weiterbildung dazu. Außerdem wichtig für die Förderung der Teilhabechancen vieler Menschen ist der Bereich der Grundbildung – Alphabetisierung und der Schulabschlüsse auf dem sog. zweiten Bildungsweg. Ein dritter Bereich, der in diesen Kontext gehört und in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist, sind schließlich die Sprach- und Integrationskurse für Neuzugewanderte.

Mit der großen Vielfalt an Angeboten und Bereichen ist somit auch eine große Vielfalt an Menschen verbunden. Bildung für alle meint somit heute auch, dass Volkshochschule faktisch ein von Menschen aus vielen bis allen sozialen, ökonomischen und kulturellen Schichten und Milieus genutzter Bildungsort ist. Darin steckt gleichzeitig die große Chance, ein von vielen geteilter, demokratischer Ort der Begegnung und des Austausches zu sein, an dem Verständigung praktiziert und gesellschaftlicher Zusammenhalt gefördert wird.

Kompetenzen im Lesen und Schreiben sind im Allgemeinen Voraussetzung für die Aufnahme eines Lernprozesses. Deshalb ist die Alphabetisierung ein wichtiger Baustein der Grundbildung. Die Grundbildung umfasst aber weit mehr als nur Lesen, Schreiben und Rechnen: Sie ist das, was Menschen befähigt, in umfassender Weise politisch, kulturell, sozial und beruflich an der sie umgebenden Gesellschaft teilzuhaben. Der ganzheitliche Bildungsanspruch der Volkshochschulen geht damit weit über eine arbeitsmarktpolitische Verwertbarkeit von Grundbildung hinaus. Aus diesem Grund orientieren sich die Kursangebote der Volkshochschulen nicht am Bedarf der Gesellschaft, sondern an den Bedürfnissen des Einzelnen, über die er selbst bestimmt. Diese Selbstbestimmung beginnt bereits bei der Entscheidung des Einzelnen über die Aufnahme eines Lernprozesses.

Kontakt

Dr. Tobias Diemer

Dr. Tobias Diemer

Verbandsdirektor

Projekte

Erstorientierungskurse (EOK)

Ein großer Teil der aktuellen Asylbewerber*innen stammt weder aus einem Land mit hoher Anerkennungsquote noch aus einem sicheren Herkunftsland. Für diese Gruppe fördert das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) seit Juli 2017 in Zusammenarbeit mit dem Land Baden-Württemberg Kurse zur Erstorientierung und Wertevermittlung für Asylbewerber*innen („Erstorientierungskurse“).

Richtig. Ankommen. Rechtsstaatsunterricht für Flüchtlinge

Volkshochschulen in Baden-Württemberg bieten seit Juni 2017 Rechtsstaatsunterricht für Flüchtlinge in der vorläufigen sowie in der Anschlussunterbringung an. Das Angebot wird durch eine Kooperation zwischen dem Ministerium der Justiz und für Migration Baden-Württemberg und Volkshochschulverband Baden-Württemberg ermöglicht. Richter*innen sowie Staatsanwält*innen im Landesdienst führen die Kurse durch.

Aufsuchende Bildungsarbeit – Mehr Chancengleichheit und Teilhabe

Der öffentliche Auftrag der Erwachsenenbildung ist darauf ausgerichtet, Bildung für alle Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen. Mit der überwiegenden Anzahl ihrer bisherigen Angebote erreichen die Träger der Allgemeinen Weiterbildung und damit auch die Volkshochschulen allerdings hauptsächlich diejenigen Personen, die ohnehin bereits Interesse an Bildung haben.
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