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Neue Horizonte entdecken mit dem Lehrerprogramm

Neue Erfahrungen sammeln, andere Kompetenzen erwerben, sich in einem neuen Arbeitsfeld behaupten und bestätigen - dies alles bietet das so genannte Lehrerprogramm interessierten Kolleginnen und Kollegen aller Schularten.

Die berufliche Laufbahn einer verbeamteten Lehrkraft ist im Allgemeinen wenig variantenreich. Einmal Lehrer/in - immer Lehrer/in, das ist die gängige Vorstellung. Nur wenige Kolleginnen und Kollegen wissen, dass ihnen das Land Baden-Württemberg im Rahmen seiner Weiterbildungskonzeption die Möglichkeit eröffnet, für eine Tätigkeit im planerisch-organisatorischen Bereich für eine gewisse Zeit an eine Einrichtung der Erwachsenenbildung zugewiesen zu werden. Dabei wird der Status als Beamter/Beamtin ebenso beibehalten wie die Bezüge.

Im Jahr 2010 haben sich etwa 85 Lehrerinnen und Lehrer auf diese Herausforderung eingelassen. Am häufigsten haben sie dabei eine Tätigkeit als Programmbereichsleitung an einer der 174 Volkshochschulen in Baden-Württemberg angenommen. Die Programmbereiche der Volkshochschulen gliedern sich in die Themen: Politik - Gesellschaft - Umwelt, Kultur - Gestalten, Gesundheit, Sprachen und Arbeit - Beruf. Die kreative und innovative Gestaltung der Kursangebote in einem dieser Bereiche obliegt dem/der hauptamtlichen pädagogischen Mitarbeiter/in (HPM), so die gängige Berufsbezeichnung. Über das eigentliche Kursangebot hinaus werden Einzelveranstaltungen, Thementage oder Reisen organisiert. Dabei geht es nicht nur darum, ein zielgruppengerechtes Konzept zu erstellen, sondern dieses auch nach modernen Marketingaspekten zu verbreiten.

Der HPM ist Teil eines Teams, das sich aus den Kolleginnen und Kollegen der anderen Programmbereiche, den Kursleitenden und den Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen aus dem Bereich Verwaltung zusammensetzt. Neben der Kollegialität, die der/die Lehrer/in aus der schulischen Arbeit gewöhnt ist, werden Kompetenzen im Bereich der Führung und Leitung erworben. Für die fachliche Betreuung der Kursleitenden hingegen kann jede Lehrkraft auf den methodisch-didaktischen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Neben der Tätigkeit an der eigenen Einrichtung kooperiert der/die Programmbereichsleiter/in mit Kolleginnen und Kollegen anderer Volkshochschulen und weiterer Einrichtungen in der Kommune oder der Region. Die Netzwerksarbeit gewinnt zunehmend an Bedeutung und schärft den Blick über die Belange der Volkshochschule hinaus. Zudem ist die Betreuung fremdfinanzierter Projekte ein Arbeitsgebiet, das in den letzten Jahren einen immer größeren Raum einnimmt und ein professionelles Projektmanagement benötigt.

Das neue Arbeitsfeld ermöglicht es den Kolleginnen und Kollegen, eigene Fähigkeiten zu entdecken und einzubringen, die über jene hinausgehen, die im schulischen Alltag genutzt werden. Gleichzeitig erfordert die neue Tätigkeit die Ausbildung neuer Kompetenzen im Bereich der Leitung und Organisation. Die Eigenverantwortung und Eigenständigkeit, die für die Lehrkraft im Laufe der Tätigkeit in der Erwachsenenbildung selbstverständlich geworden ist, ist bei der Rückkehr an die Schule nicht nur eine Bereicherung, sondern sollte in den Leitungsstrukturen der Schulen nutzbringend wertgeschätzt werden. Von Seiten der Landesregierung wird in den Informationen zum Lehrerprogramm im Rahmen der Weiterbildungskonzeption besonders darauf hingewiesen, dass das Programm für alle Lehrerinnen und Lehrer geeignet ist, die sich für Aufgabenstellungen in der Weiterbildung interessieren, beziehungsweise einschlägige Erfahrungen vorweisen können. Einen zusätzlichen Nutzen aus dem Programm ziehen beispielsweise Lehrerinnen und Lehrer, die sich später um eine Funktionsstelle an der Schule bewerben möchten, bei der Kenntnisse in Verwaltungstätigkeit erwünscht sind. Die Schulverwaltung ist gehalten, bei Bewerbungen die erworbenen Qualifikationen zu berücksichtigen.

Einige Erfahrungsberichte von Kolleginnen und Kollegen illustrieren die Tätigkeitsbereiche während des Lehrerprogramms sowie den Werdegang nach Beenden des Lehrerprogramms.

Martina Haas, Oberstudienrätin
Brigitte von Dungen, Oberstudienrätin

 
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