Aufsuchende Bildungsarbeit

Was ist Aufsuchende Bildungsarbeit?
Als einer der ersten Bildungsträger in Baden-Württemberg definierte der Volkshochschulverband bereits im Jahr 2011 Aufsuchende Bildungsarbeit als eine zentrale Aufgabe um bildungsungewohnte Menschen anzusprechen. Unter aufsuchender Bildungsarbeit werden verschiedene Instrumente und Methoden zusammengefasst, um insbesondere lernungewohnte, bildungsferne Menschen zu erreichen und sie für Weiterbildungsaktivitäten zu gewinnen. Das bedeutet vor allem, sie dort abzuholen, wo sie sich in sozialer, räumlicher und zeitlicher Hinsicht befinden: Bildung findet vor Ort statt, wo diese Menschen zu finden sind – in Vereinen, Stadtteilen, religiösen Einrichtungen, am Arbeitsplatz, etc.

Neue Bildungsorte und neue Klientel implizieren eine Neuformulierung der Bildungsinhalte, die an die jeweiligen Lebenswelten angepasst werden müssen. Optimal werden diese neuen Inhalte vor Ort in Zusammenarbeit mit den Menschen erarbeitet, die man erreichen will, und passgenaue Bildungsangebote entwickelt. Mit der Veränderung von Lernsituationen und der Anpassung von Bildungsinhalten verändern sich auch die Anforderungen an die Unterrichtenden – spezielle Schulungen und sozial-pädagogische Weiterbildungen sind wichtige Voraussetzungen für das Gelingen aufsuchender Bildungsarbeit.
Ansprechpartner

Dr. Michael Lesky
Tel.: 0711 75900-37

Neue Wege der Zielgruppenansprache
Trotz all dieser Bemühungen bleibt der Erfolg aus, wenn ein konkreter Zugang zu den neuen Zielgruppen fehlt. Mit klassischer Werbung wie etwa Flyer und Programmheften sind diese Zielgruppen nicht zu erreichen. Netzwerkarbeit mit fest in dem jeweiligen Milieu verankerten Vereinen, Verbänden, Institutionen oder Personen ist hier von besonderer Bedeutung: Erst über die Zusammenarbeit mit Schlüsselinstitutionen und Schlüsselpersonen („Brückenmenschen“) ist eine erfolgreiche Zielgruppenansprache möglich.

Viele bildungsbenachteiligte Menschen kommen aus sozial benachteiligten Schichten und haben in der Regel nur ein geringes Einkommen. Bildungsangebote für diesen Personenkreis müssen deshalb besonders preiswert oder kostenlos sein und bedürfen einer angemessenen öffentlichen Finanzierung. Aufsuchende Bildungsarbeit erfordert einen hohen Aufwand, ist personal- und deswegen kostenintensiv. Sie ist aber unumgänglich, um eine breite Bildung für alle Bevölkerungsschichten zu ermöglichen und bildet damit eine wichtige Grundlage für die nachhaltige Verankerung des Lebenslangen Lernens in der Gesellschaft.

Aktivitäten des Volkshochschulverbandes


Fachtag Aufsuchende Bildungsberatung am 30.01.2017
Mit diesem Fachtag richtet der Volkshochschulverband gemeinsam mit der Koordinationsstelle des Landesnetzwerks Weiterbildungsberatung (LN WBB) den Blick auf die Aufsuchende Bildungsberatung. Nach einem wissenschaftlichen Überblick (Prof. Dr. Helmut Bremer, Universität Duisburg-Essen) werden aktuelle Beispiele von Aufsuchender Bildungsberatung vorgestellt. Neben den Inputs aus der Wissenschaft und Praxis bietet der Fachtag Raum für Austausch und Diskussionen.

Dokumentation:

Im Modellprojekt „Smartphone4BestAger – mobile Wege ins Internet“ wurden Elemente der Aufsuchenden Bildungsarbeit in die Konzeption des Projektes mit eingebunden. Mit einer Mischung aus aufsuchenden und klassischen (Kurs-) Elementen soll die Zielgruppe 55+ angesprochen werden: in Schnupperkursen vor Ort wird die an die neuen technischen Möglichkeiten herangeführt und Begeisterung geweckt. Einführungskurse in den Volkshochschulen erklären die Bedienung der Geräte und gehen mit der Erläuterung der unterschiedlichen Apps speziell auf die (Bildungs-) Bedürfnisse der Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer ein. Beratung vor Ort beantwortet nach den Kursen auftretende Fragen, Vergessenes wird aufgefrischt und neue Entwicklungen an die Zielgruppe weiter gegeben.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.vhs-bw.de/smartphone.

Im Frühjahr 2012 unterstützte der Volkshochschulverband die Volkshochschulen bei den Bewerbungen zur Ausschreibung des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport zur "Konzeptionellen Entwicklung und Erprobung von Modellen zur Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung von Bildungsfernen" und führte einen Beratungstag durch. An der Ausschreibung beteiligten sich viele Volkshochschulen aus Baden-Württemberg – ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie intensiv die Volkshochschulen in diesem Bereich tätig sind.

Arbeitshilfen und aktuelle Informationen für Volkshochschulen gibt es im Extranet.

 
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