Väter in der Familienbildung

Bereits 2001 konstatierte der Forschungsbericht „Die Rolle des Vaters in der Familie“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dass sich die Rolle der Väter geändert hat: „Heute gibt es immer mehr Väter, die auch verstärkt Erziehungs- und Betreuungsaufgaben wahrnehmen. Sie wollen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen und stärker am Leben ihrer Kinder teilhaben." Weiter wird der Wunsch der Väter erwähnt, Beruf und Familie in Einklang zu bringen und sich mehr in den Familienalltag einzubringen, jedoch „klaffen Wunsch und Wirklichkeit, Einstellung und Verhalten immer noch deutlich auseinander.“

Den deutlichen Wunsch der Väter nach mehr Präsenz und Mitarbeit in der Familie zu unterstützen und die Erziehungs- und Familienkompetenzen der Väter zu stärken, wird in der Praxishilfe „Was braucht ein Vater, um Vater zu sein?“ oder: „Wie erreiche ich Väter in der Familienbildung?“ (2009) als Aufgabe der Familienbildung definiert.

In einer von der Zeitschrift „Eltern“ in Auftrag gegeben Forsa-Studie im Jahr 2014 äußern viele Väter den Wunsch nach Teilnahme am Familienalltag: „Sie haben klare Vorstellungen davon, was einen guten Vater ausmacht. Sie wickeln, schmusen, helfen im Haushalt ...“ – und dennoch bleiben die meisten Väter Vollzeiternährer; Wunsch und Wirklichkeit klaffen nach wie vor auseinander. Und auch in der Familienbildung sind die Väter bis heute nicht wirklich angekommen: So ergibt etwa die Kurssuche auf www.väterzeit.de für den gesamten Raum Stuttgart (Stadt und umliegende Kreise) nur sage und schreibe zehn Angebote, die speziell auf Väter ausgerichtet sind – Väter sind in der Familienbildung weiterhin stark unterrepräsentiert.

Das zweijährige, vom Kultusministerium Baden-Württemberg geförderte Projekt „Väter in der Familienbildung“ von vhs-Verband Baden-Württemberg und Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft der Familien-Bildungsstätten in Württemberg (LEF) geht von der Lebenssituation sowie von aktuellen Fragen und Bedarfen von Vätern aus und setzt diese in Angebote der Familienbildung um. In einem zugleich inklusiven Ansatz sollen Väter aller Bevölkerungsgruppen angesprochen, deren Wunsch nach mehr Präsenz in der Familie aufgenommen und die Väter in einer familiären Verantwortung unterstützt werden, welche zunehmend auch von der Gesellschaft gewürdigt und erwartet wird. Um auf einen möglichst breiten Bestand an Erfahrungen und Praxis-Wissen zurückgreifen zu können, kooperieren die Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft der Familien-Bildungsstätten in Württemberg und der Volkshochschulverband Baden-Württemberg.

Mit dem Projekt an sechs Standorten soll erreicht werden, dass in den Angeboten der Familienbildung mehr Väter angesprochen und erreicht werden. Hierfür werden unterschiedliche, den regionalen Gegebenheiten angemessene Ideen, Angebote und Ansätze entwickelt und umgesetzt.
    Ein Projekt in
Kooperation mit



Die Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft
der Familien-Bildungsstätten
in Württemberg


Aktuelles

finden Sie in unserem Projekt-Blog

Fachtag „Väter in der Familienbildung“ am 23. März 2015


Programm (pdf)

Vorträge
Der zähe Wandel der Vaterschaft. Zwischen alten und neuen Ansprüchen, zwischen Wunsch und Wirklichkeit (pdf)
(Dr. Detlev Lück, Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung)
Moderne Vaterschaft zwischen Familienorientierung und beruflichem Engagement (pdf)
(Prof. Dr. Tanja Mühling, Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS))

Workshops
Familienbildung mit Vätern in der Praxis (pdf)
(Eberhard Schäfer, Geschäftsführung Väterzentrum Berlin)
Wie erreichen wir Väter in der Familienbildung?. Ein institutioneller Blick (pdf)
(Volker Baisch, Geschäftsführer der Väter gGmbH und Koordinator des www.väternetzwerk.de)
Väter unterschiedlicher Nationalitäten und Familienbildung. Interkulturelle Väterarbeit in der Praxis (Mustafa Bayram, Christoph Kahle, Interkulturelle Väterarbeit NRW)

 
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