Anstieg der Quoten der Schulabgänger*innen ohne Hauptschulabschluss in Baden-Württemberg

16.03.2023

Die im Jahr 2021 gestiegene Zahl von jungen Menschen ohne Schulabschluss hebt die Bedeutung des Zweiten Bildungsweges für unsere Gesellschaft insgesamt hervor. Laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung lag die Quote der Schulabgänger*innen ohne Hauptschulabschluss in Baden-Württemberg im Jahr 2021 bei 5,8 Prozent; im Vorjahr betrug diese 5,2 Prozent. Somit liegt Baden-Württemberg nur noch knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt von 6,2 Prozent im Jahr 2021 bzw. 5,9 Prozent in 2020.

Seit vielen Jahren kann insbesondere an den Volkshochschulen des Landes der Zweite Bildungsweg beschritten werden. Er führt Teilnehmende zum Erwerb des Hauptschulabschlusses, des Realschulabschlusses, der Fachhochschulreife und des Abiturs. Hervorzuheben ist, dass der Zweite Bildungsweg zwar nach wie vor für das Nachholen von Schulabschlüssen steht, jedoch für eine immer größer werdende Zahl von zugewanderten und geflüchteten Personen der ERSTE Weg zu einem qualifizierten Abschluss darstellt: Laut der aktuellen Analyse der „SoKo“-Sozialstrukturdaten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, verfügten 8,8% der volljährigen Asylerstantragstellenden im ersten Halbjahr 2022 über keine formelle Schulbildung, 17% hatten in ihrer Heimat lediglich eine Grundschule besucht. Bei den 30,8%, die eine Mittelschule absolviert haben, ist zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht klar, ob ein Schulabschluss vorhanden ist, der anerkannt werden kann. Je nach Herkunftsland sind die Chancen hierfür allerdings als gering einzuschätzen und es gilt, Wege zu finden, um diese Menschen nachhaltig in qualifizierte Tätigkeiten vermitteln zu können. Die erreichten Schulabschlüsse sind in Deutschland als zentrale Eckpunkte in der Bildungsbiografie zu betrachten und haben einen wesentlichen Einfluss auf die spätere berufliche Laufbahn, da formale Abschlüsse hier von traditionell hohem Stellenwert sind.

Der Zweite Bildungsweg an den Volkshochschulen schafft Chancengerechtigkeit, Teilhabe und Integration. Auf diese Weise leistet er angesichts der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen einen unverzichtbaren Beitrag zur Bewältigung des Strukturwandels und der damit verbundenen sozialen Transformationsprozesse.

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